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Ereignisse
1934
Januar

Aufgaben der Sozialen Arbeit der HJ

In einem großen Artikel im Westdeutschen Beobachter umreißt die HJ am 12. Januar 1934 die weitreichenden Ziele ihrer sozialen Arbeit, die im Sinne des Totalitätsanspruchs der HJ perspektivisch immer mehr Bereiche umfassen soll, die zuvor andere Stellen innegehabt haben.

Scharf wendet sich die HJ an den Wohlfahrtsstaat der Weimarer Zeit und wirft ihm vor "schwächliche und kranke Naturen" unterstützt zu haben und sich um die Gesunden erst dann gekümmert zu haben, wenn diese hilfsbedürftig in seinem Sinne gewesen worden seien. Dagegen möchte die HJ den Einzelnen "nach seinen Fähigkeiten und seinem Können zum besten der geeinten Nation" fördern. Dies soll mittels der sozialen Ämter der HJ geschehen.

Uhre Aufgabe besteht vor allem in der Berufsförderung und zusätzlichen Berufsschulung der Jugendlichen. Sie sollen Ansprechpartner für Berufswahl und Lehrstellenvermittlung sein und zusätzliche Berufsschulungen anbieten. Zudem sollen sie die Jugendlichen in den Betrieben "betriebskameradschaftlich" erfassen und bei Konflikten in den Betrieben zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vermitteln.

Auch bei den Schulen möchten die Sozialen Ämtern im Falle von Verstößen gegen die Disziplin eingreifen und zur Regelung und Lösung der Konflikte beitragen.

Um diesen umfassenden Aufgabenbereich bewältigen zu können, fordert die HJ, dass die staatlichen Jugendpflegestellen im Sinne der HJ arbeiten, wenn die Mitarbeiter nicht schon selbst aus der HJ hervorgehen.

Zusätzlich möchten sich die Sozialen Ämter um die "Elendsquartiere" in den Großstädten kümmern und dort Tagesheime schaffen, die zum "Mittelpunkt für das geistige und kameradschaftliche Leben der heutigen Jugend" werden sollen. Hier sollen die Jugendlichen "Ausspannung, Kameradschaft, Rat und Hilfe" durch junge HJ-Führer finden und aus der "Enge der häuslichen Verhältnisse geistig hinausgeführt" werden "in die Weite der Nation".

Zusätzlich sollen Landheime geschaffen werden, in denen erholungsbedürftige Jugendliche für Tage oder Wochen untergebracht werden können, damit sie in der "freien Natur" Erholung finden. PPerspektivisch sollen sie damit an das Leben auf dem Land herangeführt werden und für Siedlungsprojekte im Osten gewonnen werden.

Ein weiteres Mittel, Kindern Erholung zu verschaffen, stellt die Kinder-Landverschickung dar, bei der die Kinder für drei oder vier Wochen in Freiland-Bauernstellen aufs Land geschickt werden.

Ziel der gesamten Maßnahmen soll die "Totalität im Staat" sein, bei der die Jugendlichen zu einer "Gemeinschaft" zusammengeschweißt werden soll, die als die "beste Gewähr für die Zukunft der Nation" bezeichnet wird.

Westdeutscher Beobachter, 12.1.1934

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