Führerinnentagung in Köln
Am 6. Januar 1934 findet in der Nordhalle der Kölner Messe eine Führerinnentagung der Obergauführung Mittelrhein statt, an der 1800 Führerinnen der Gaue Köln, Aachen und Bonn teilnehmen. Zur Teilnahme verpflichtet sind vom Gau Köln sämtliche Führerinnen und Referentinnen bis einschließlich der Mädelschaftsführerinnen und von den Gauen Aachen und Bonn alle Führerinnen bis einschließlich Ringführerin mit ihren Referentinnen.
Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Reden von Bürgermeister Richard Schaller, Obergauführerin Liesel Rohlfing und Gauverbandsführerin Marta Voß sowie verschiedene Sondertagungen zu Kultur, Presse, Handfertigkeit, Kassenwesen, Sport, Schulung, Gesundheit und Sozialwesen.
Rohlfing stellt in ihrer Rede als zentrale Aufgabe des BDM heraus, "dem politischen und kulturellen Wollen des Nationalsozialismus in unangreifbarer wie stilreiner Form Ausdruck" zu verleihen. Außerdem weist sie auf die wichtige Bedeutung von Schulungen im BDM hin, als deren Ziel sie nennt: "Vertiefung der Volksgemeinschaft, Pflege des Kameradschaftsgeistes, Charakterbildung und Gewöhnung an Zucht und Disziplin, Vermittlung von positiven Kenntnissen auf den verschiedenen Gebieten, insbesondere immer tieferes Eindringen in die nationalsozialistische Weltanschauung."
Anschließend spricht Schaller zum Thema "Rasse und Volk" und stellt als Ziel des Nationalsozialismus heraus, "den rassisch-wertvollsten Teil unseres Volkes höher [zu] züchten".
Die Obergau-Referentin für das Soziale Amt, Franka v.d. Mark, spricht danach über die Kinder-Landverschickung, und Gauverbandsführerin Voß im Anschluss über das Frauenbild im BDM, das sie mit Blick auf die Weimarer Republik vom "Zerrbild der Frau der Not- und Elendsjahre" absetzt. Dem BDM gehe es um das "ganze Mädel", unabhängig von seiner Konfession, die sie als Hindernis für die Einheit Deutschlands darstellt.
Nach der zentralen Versammlung schließen sich die Sondertagungen an.
Westdeutscher Beobachter, 5., 6. und 7.1.1934