"Hängt die Juden, stellt die Pfaffen an die Wand"
Eine katholische Mutter meldet dem Kölner Kardinal Schulte einen Vorfall, der sich am 25. Juni 1934 gegen 19 Uhr auf der Cecilienallee in Düsseldorf ereignet hat. Ein etwa 50 Mann starker Trupp von HJ-Führern habe dort immer wieder die Parole „Hängt die Juden, stellt die Pfaffen an die Wand!" gebrüllt.
Weiter schreibt sie: „Ich als katholische deutsche Mutter muss doch energisch dagegen Stellung nehmen, dass unsere Kinder mit allen möglichen Drohungen gezwungen werden sollen, von solchen gottlosen Burschen in der HJ geführt zu werden. Wenn es in Deutschland schon so weit gekommen ist, dass jugendliche Führer - leider selbst noch unerzogene Jugendliche - öffentlich dazu auffordern unsere Priester an die Wand zu stellen, dann kann man Russland die Hand geben, dann sind wir eins."
Sie hoffe, dass es in der Macht der Kirche liege, solchen „Flegels das Handwerk zu legen und unsere Kinder vor solchen Auswüchsen zu schützen", schließlich wolle der „Führer" doch ein christliches Deutschland. Sie beendet den Brief mit der Bitte an den Kardinal, diese Angelegenheit an „richtiger Stelle" anzubringen.