Bisher größtes Zeltlager der Hitlerjugend in Witten
Das „Wittener Tageblatt" berichtet wird über das am 19. Mai (Pfingstsamstag) begonnene, bisher größte Zeltlager der Hitlerjugend in Witten. Vor allem die Wittener HJ habe es in langer Vorbereitung ermöglicht, dass rund 10.000 Jugendliche hätten in 550 Zelten untergebracht werden können. Reichsjugendführer Baldur von Schirach, Gebietsführer Hartmann Lauterbacher und Gauleiter Staatsrat Wagner, die das Lager besuchen wolltern, seien leider kurzfristig verhindert gewesen.
Gebietsführer Langanko versucht die Jugend in einer Ansprache dazu zu animieren, an den Pfingstfeiertagen zu zeigen, dass „die Hitlerjugend die Verpflichtung in sich fühlt, die Fahne in die Hand zu nehmen und sie vorwärts zu tragen mit Freuden. Es geht um dich und mich, es geht um Deutschland, es geht darum, dass Deutschland lebe, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen".
Am Pfingstsonntag, so betont die Zeitung, hätten sich die jungen, die das „Bedürfnis" danach verspürt hätten, zum Kirchgang zurückziehen können. Die anderen, der „Kern jeder Kamaradschaft, blieben im Lager und vertrieben sich die herrlichen Morgenstunden draußen an der Ruhr mit frohen Liedern und Spiel". Als die Kirchgänger dann zurück im Lager gewesen seien, habe der große „Sänger- und Spielerkrieg" begonnen.
Am Pfingstmontag habe Obergebietsführer Hartmann Lauterbacher als Stellvertreter des Reichsjugendführers zu den Jugendlichen gesprochen: „Kameraden! Wir werden alle unerbittlich gegen alle die kämpfen, die unsere Idee, für die ein Herbert Norkus sterben musste, verwässern wollen. Die HJ kennt ihre Feinde... Uns ist es gleich, ob diese Angriffe wie früher vom Rednerpult gegen uns geschleudert wurden, heute von den Kanzeln gegen uns gerichtet sind.... Es muss möglich werden, einst die ganze deutsche Jugend, ohne Berufsunterschied, in Zeltlagern 4 Wochen lang zu schulen und auszubilden, zu verinnerlichen, körperlich und geistig gesund werden zu lassen. Seid stolz darauf, dass Ihr diesen Anfang gemacht habt."