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Ereignisse
1934
März

Mehrere Angriffe auf katholische Jugend in Remscheid

Der Remscheider Kaplan Spans erstattet bei der Geheimen Staatspolizei Remscheid Anzeige wegen vier verschiedener Angriffe auf katholische Jugendeinrichtungen bzw. die Jugendlichen selbst:

Am 29. März abends sei durch einen Steinwurf die Fensterscheibe des katholischen Jugendheimes in der Palmstraße zertrümmert worden. „Der Stein war mit solcher Wucht geworfen, dass er in die auf der anderen Seite des Zimmers tagende Jugendgruppe traf und einem Jungen scharf am Kopfe vorbeiging." Die Täter seien nach diesem Vorfall unerkannt geflohen.

Am Kirchengebäude sei ein langes papiernes Spruchband mit der Aufschrift „HJ nie! Sturmschar bleibt!" und Christuszeichen angebracht worden. In der Nacht vom 30. auf den 31. März sei dieses Band von einer Gruppe Hitler-Jungen teilweise entfernt worden.

Am 31. März, einem Sonntag, hätten sich Jungvolk-Angehörige vor dem katholischen Jugendheim „in gemeinen Beschimpfungen gegen die Kirche und Priester" ergangen und dabei unter anderem „Nieder mit den Pfaffen'" gerufen.

Am Montag, den 1. April, sei er abends um 9 Uhr selbst Zeuge geworden, wie ein Trupp HJ- und Jungvolk-Angehöriger vor dem Jugendheim gestanden und abermals eine Scheibe eingeschlagen habe.

Der Pfarrer schließt sein Schreiben: „ Wir können nicht glauben, dass in unserem Rechtsstaat solche ‚Werbungsmittel' ungeahndet hingenommen werden" und bittet um Polizeischutz für das Jugendheim.

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