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Ereignisse
1934
Februar

Aufruf zum Schutz der katholischen Jugend

Die Kölner Pfarrgeistlichkeit wendet sich am 4. Februar 1934 mit einer "Verwahrung gegen Verunglimpfung der katholischen Jugend" überschriebenen Verkündigung an die katholische Öffentlichkeit. In der Vorbemerkung für die Pfarrer heißt es:

„Es ist unsere Seelsorgerpflicht, für unsere kirchliche Jugend uns wirksam einzusetzen. Darum bitten wir alle Herren Pfarrer und Rektoren, beiliegendes Schreiben am Sonntag, dem 4. Februar 1934, im Anschluss an den Fastenhirtenbrief zu verlesen, aber nur in der letzten Messe und ohne Kommentar. Nur geschlossenes Vorgehen kann von Wirkung sein."

Die „Verkündigung" selbst hat folgenden Inhalt:

„Mit heiliger Entrüstung haben wir am letzten Sonntag festgestellt, dass katholische Jugend, die sich zur Andacht in verschiedenen Kirchen versammelt hatte, vor der Kirche von Jugendlichen in unerträglicher Weise provoziert und misshandelt wurde. Mit heiliger Entrüstung haben wir am letzten Sonntag erlebt, dass man vielerorts in Köln, in St. Agnes, in St. Aposteln, in St. Ursula, in Zollstock, nicht zurückschreckte vor der Heiligkeit des Gotteshauses; dass man vielerorts nicht zurückschreckte vor der Heiligkeit des Namens Jesu Christi, las man doch an auffallender, ja an heiliger Stätte: 'Chi Ro (die Anfangsbuchstaben des Namens Christi) krepiert.'

Mit heiliger Entrüstung haben wir Schmählieder gehört auf die Junge Kirche und ihre Priester.

Anderslautende Berichte sind unzutreffend. Wir stellen fest, dass die Empörung bis weit hinein in die Kreise der evangelischen Mitchristen und weit in die Reihen der Nationalsozialisten selbst reicht.

Katholische Jugend, Dank Dir und deinen tapferen Jungführern für alle bisher erwiesene Treue.

Katholische Eltern, folgt der Mahnung des Heiligen Vaters und sendet eure Kinder in die katholischen Vereine: Hin zu Christus!

Auch heute noch gilt das Wort unserer Bischöfe: 'Voll froher Hoffnung blicken wir hin auf unsere blühenden Jungmänner- und Jungfrauenvereine und -kongregationen. Mit wehenden Fahnen, mit blütenweißen Bannern rücken sie von allen Seiten ein in die neue Zeit und schreiten in heiliger Begeisterung siegreich durch die Ärgernisse, Gefahren und Versuchungen der bösen Welt...Haltet rein und hoch eure Banner, das Banner der Immarculata: Es leuchtet euch zum Sieg und Frieden, zum zeitlichen und ewigen Glück.

In Gehorsam gegen den heiligen Vater, in Übereinstimmung mit dem Reichskonkordat, mühen wir katholischen Priester uns in unseren Jugendvereinen, die kath. Jugend zu Christus zu führen. Das nennen Artikelschreiber im Westdeutschen Beobachter die letzten Tage: 'Schwarzer Verrat', das nennen sie: 'Missbrauch der Jugend zu dunklen Zwecken', das nennen sie: 'volksfremde Verhetzung', das nennen sie: 'Missbrauch von Kirchengewalt und Beichtstuhl'.

Da wir keine andere Möglichkeit haben, erheben wir von der Kanzel aus vor dem Angesichte Gottes und vor der hier versammelten Gemeinde feierliche Anklage und legen entschiedene Verwahrung ein. Das Wirken der katholischen Priester bei eurer Jugend liegt offen vor euer allen Augen. Gott der Herr und auch ihr, Gläubige, gebt unserem Gewissen das Zeugnis, dass jene Verleumdung, mögen sie auch bergehoch gehäuft werden, nicht an unsere Fußsohlen heranreichen. Wir lassen uns nicht beirren und werden weiterwirken, dass deutsche katholische Jugend bleibe die Jugend Christi."

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