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Ereignisse
1934
September

Perspektivlos wegen Angehörigkeit im KJMV?

In den Akten des Kölner Generalvikariats hat sich ein Schreiben erhalten, in dem ein in der katholischen Jugendbewegung aktiver Abiturient ohne Angabe von Namen und Datum seine schwierige Situation schildert:

"Um guten Rat wende ich mich an Sie. Ostern 1934 habe ich mein Abitur mit 'gut' bestanden, habe ich die Hochschulreife erhalten, aberkannt bekommen und wieder zugesprochen. Da ich aber in keinem nationalen Verband stehe, - ich sehe den Katholischen Jungmännerverband Deutschlands als besten nationalen Verband an und stehe seit Jahren da meinen Mann - so sehe ich im heutigen Deutschland für mich keine Zukunftsmöglichkeiten. Alle Gesuche werden mir trotz meiner Zeugnisse abgeschlagen. Seit August habe ich mich an den Arbeitsdienst gemeldet, ohne bis heute etwas Näheres trotz wiederholter Vorstellungen vernommen zu haben. Da aber das Leben eines Arbeitslosen mir unerträglich ist. möchte ich Sie um Rat fragen. Wissen Sie, ob hier in Deutschland noch etwas zu finden ist? Oder würden Sie eine Auswanderung nach Südamerika empfehlen? In Frage käme für mich wohl weniger das Siedeln, als eher eine Tätigkeit als Junglehrer oder eine Stelle auf einer Bank oder einem Büro."

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