„Edelweißpiratenclub“-Gründung in der Evakuierung?
Der aus Essen stammende Jugendliche Jakob P. wird Anfang November 1943 in Saarbrücken wegen „des Verdachts der Beteiligung an Überfällen auf HJ-Angehörige" festgenommen. Weiter heißt es in dem Ermittlungsbericht der Gestapo, P. habe „versucht, einen Klub der Edelweiß-Piraten zu gründen".
P. habe in Essen „angeblich" einem solchen Klub angehört: „Es sei dies ein loser Zusammenschluss von HJ-Angehörigen gewesen, denen es in der HJ nicht romantisch genug gewesen sei und die Fahrten und Wanderungen zum Teil mit Mädchen auf eigene Faust unternommen hätten. Gelegentlich sei es auch zu Zusammenstößen mit dem HJ-Streifendienst gekommen."
Der festgenommene Jugendliche war nach der Ausbombung der elterlichen Wohnung in Essen im Juli 1943 nach Saarbrücken gekommen, während seine Eltern nach Ostpreußen evakuiert worden waren.
Eine „strafbare Handlung"" des Jugendlichen lässt sich jedoch nicht beweisen, woraufhin Jakob P. am 16. November 1943 aus der Haft entlassen wird. Der Saarbrückener „Reichstreuhänder der Arbeit" schickt den Jungen nach Essen zurück, damit er seine Lehre als Bergmann fortsetzen könne. Die Saarbrücker Gestapo bittet ihr Essener Kollegen allerdings, P „entsprechend beobachten zu lassen".