Uneinigkeit im Essener Evangelischen Jungmännerwerk
Am 17. Februar 1934 gibt der neue Vorsitzende des Evangelischen Jungmännerwerks in Essen, Pfarrer Bachmann, dem Westbund-Bundeswart Juhl in einem Brief den Inhalt eines Gespräches wieder, das er am Sonntag, dem 4. Februar 1934 mit Pfarrer Wilhelm Busch in Fragen der Eingliederung geführt habe.
„Ich traf Bruder Busch unbeabsichtigt bei der Eröffnung der Bastelschau meines Jungmännerwerkes, die er sich ansah. Ich erklärte ihm, dass ich in der Nacht aus Berlin von Verhandlungen in Sachen der Posaunenmission wieder gekommen sei, und dass ich die staatliche und kirchliche Entscheidung in der Frage der Eingliederung für gegeben halte und dass sich auch die Entscheidung des Evgl. Jugendwerkes Deutschlands bei meiner Abfahrt von Berlin in gleicher Richtung bewegt habe. Die Diskussion bestehe nur noch darüber, ob Auflösung (Entlassung der Gefolgschaft) oder Eingliederung im Sinne des Vertrages in Betracht komme. Darüber habe aber allerdings noch große Unklarheit bestanden. Ich riet ihm aber aus allen Gründen, doch an der Besprechung mit dem Reichsjugendpfarrer teilzunehmen, damit wir unsere Gesichtspunkte geltend machen könnten. Er entgegnete mir, dass er bereits abgesagt habe und daher nicht hingehen würde."
Dieses Schreiben ist ein Beleg dafür, das Wilhelm Busch mit seiner kompromisslosen Haltung in der Eingliederungsfrage weder im Essener Jungmännerwerk noch im Westbund auf vollen Rückhalt hoffen konnte.