Eingliederung in HJ unerwünscht!
Das Presbyterium der evangelischen Kirchegemeinde Essen-Altstadt richtet am 2. Januar 1934 hinsichtlich der beabsichtigten Eingliederung der evangelischen Jugend in die HJ folgende Schreiben an das Reichsinnenministerium und den Reichsbischof:
I. An das Reichsinnenministerium in Berlin:
Der durch den Herrn Reichsbischof mit dem Herrn Reichsjugendführer abgeschlossene Eingliederungsvertrag ist auf dem Boden unserer Gemeinde Essen-Altstadt undurchführbar und würde praktisch einer Auflösung der evangelischen Jugendarbeit für das Alter von 10-18 Jahren gleichkommen. Erbitten erneut Verhandlungen mit dem Reichsführerrat des evangelischen Jugendwerkes auf Grund der von diesem gemachten Vorschläge, die eine durchführbare Einigung der gesamten deutschen Jugend nach staatlichen und kirchlichen Notwendigkeiten erstreben.
II. An den Herrn Reichsbischof der Deutschen Evangelischen Kirche, Berlin Charlotttenburg, Jebenstraße 3:
Das Presbyterium der Evangelischen Gemeinde Essen-Altstadt erklärt zur evangelischen Jugendarbeit:
I. Unsere evangelische Jugendarbeit ist ein unserer Gemeinde von Gott aufgetragenes und seit Jahrzehnten fruchtbar gebliebenes, selbstständiges Werk.
II. Presbyterium ist nicht gewillt, der Eingliederung in die Hitlerjugend in dem vorgeschlagenen Sinne zuzustimmen,
1. da diese Eingliederung nicht im Interesse des Staates ist,
2. da sie nicht im Interesse der Jugend, der Gemeinde und der evangelischen Kirche ist,
3. das Presbyterium nicht gewillt ist, die Evangelische Kirche gegenüber der Katholischen Kirche zu schwächen,
4. da die Gefahr besteht, dass unsere evangelische Jugend in der Hitler-Jugend im ‚deutsch-gläubigen' und nicht evangelischen Sinne beeinflusst wird."