Jüdisches Nachrichtenblatt (1938-1943)
Das Jüdische Nachrichtenblatt (1938–1943) war die einzige jüdische Zeitung, die nach dem Novemberporgom im nationalsozialistischen Deutschland noch erscheinen durfte. Die erste Nummer trug das Datum des 23. November 1938. Das Blatt wurde von den NS-Behörden aufmerksam überwacht, und jede Nummer musste vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda genehmigt werden. Folglich konnten ausschließlich Diskussionen und Nachrichten über und für die jüdischen Gemeinden im gesamten Reichsgebiet veröffentlicht werden , die von den NS-Behörden zuvor genehmigt worden waren.
Dennoch artikulierte sich im Jüdischen Nachrichtenblatt den Versuch der in Deutschland verbliebenen Juden, trotz der Diskriminierung und Verfolgung den Anschein von Ordnung und Realität zu wahren.
Das Blatt wurde am 1. Juni 1943 offiziell verboten, die letzte Nummer erschien vier Tage später, wenige Tage vor Schließung der Zentrale der Reichsvereinigung der Juden in Berlin. [1]
Fußnoten
[1] Vgl. Katrin Diehl, Die jüdische Presse im Dritten Reich: Zwischen Selbstbehauptung und Fremdbestimmung. Tübingen 1997, S. 286