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Der Briefwechsel der Familie Großmann

Am Schicksal der Familie Großmann werden nahezu alle Facetten der 1933 einsetzenden und im Holocaust mündenden Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ablesbar. In ihren Briefen öffnen sich Fenster zu immer neuen und stets gefährlichen Welten – ohne dass den Familienmitgliedern letztlich Hilfe und (Er-) Lösungen zuteil geworden wären. Hinzu gesellte sich noch ein deutlich spürbar werdendes Konkurrenzverhältnis zwischen einigen der Familienangehörigen um die wenigen Auswanderungsoptionen.

Die wohlhabende Familie bewohnte in der Kölner Bismarckstraße 9 eine komfortable und gut ausgestattete 12-Zimmer-Wohnung. Sie setzte sich zusammen aus dem 1860 geborenen Buchhalter David Großmann und dessen 1865 geborenen Frau Ella, einer geborenen Busack. Das Paar bekam vier Kinder: Helene (*1889), Andreas (*1892), Johanna (*1894) und den 1899 geborenen Friedrich Wilhelm. Nachdem Mutter Ella im Mai 1933 gestorben war, blieben zunächst lediglich deren Mann David und die unverheiratete Tochter Johanna in der großen Wohnung in der Bismarckstraße zurück. Überleben sollten den Holocaust mit Helene und Friedrich Wilhelm letztlich nur das älteste und das jüngste der Großmann-Kinder, die eine nur mit viel Glück und weil sie in einer „Mischehe“ lebte, der andere, weil ihm die Emigration gelang, womit auch er zum „Hoffnungsträger“ seiner zurückbleibenden Geschwister wurde.

Eine ausführliche Familiengeschichte der Großmanns finden Sie hier.

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