Der Briefwechsel Familie Rosenwald
Der Briefwechsel, den Johanna Rosenwald (*1890) gemeinsam mit ihrer 1914 geborenen Tochter Lisel von Köln aus mit ihrem Anfang 1938 nach New York ausgewanderten Sohn und Bruder Fritz (*1915) bis Ende 1941 führten, ist ein beklemmender und zugleich berührender Beleg für eine für alle Beteiligten zumeist hoffnungs- und schließlich schier ausweglose Lage.
Die gesamte umfangreiche, sich von 1938 bis zur Deportation Ende 1941 erstreckende Korrespondenz, von der sich lediglich die nach New York gesandten Briefe erhalten haben, konzentriert sich nahezu völlig auf die immer neuen und komplizierteren Fragen und Bestimmungen hinsichtlich der Auswanderungsmodalitäten. Im Hause Rosenwald kreiste nahezu alles um das Thema „Emigration“, ohne dass sich dabei tatsächlich hoffnungsvolle Perspektiven abzeichnen wollten.
In dieser Hinsicht sind die Schreiben auch als bedrückendes Beispiel für die zunehmende Isolierung der jüdischen Bevölkerung in Köln zu lesen, da sie in ihrer Gesamtheit wie ein geradezu klaustrophobische Gefühle auslösender, hermetisch abgeschlossener Kommunikationsraum wirken, aus dem es für alle Beteiligten offenbar kein Entrinnen gab.
Eine ausführliche Familiengeschichte der Rosenwalds finden Sie hier.