Gegenüber den Teilnehmerzahlen, die der Westdeutsche Beobachter angibt, geht ein Bericht der katholischen Kirche über die Demonstration von 2500 bis 3000 Teilnehmern aus – und dies sei noch eine „wohlmeinende Schätzung eines alterfahrenen Zeitungsreporters“.
Nach Angaben aus dieser Quelle werden bei der Veranstaltung Spruchbänder mitgeführt, die Aufschriften haben wie „Weg mit der Mucker- und Spießerjugend“, „Ein deutscher Junge – ein Hitlerjunge“, und „Hin zur Hitlerjugend“.
Als wichtigste Aspekte der dort gehaltenen Reden [gemeint sind wohl die von Obergebietsführer Lauterbacher und/oder Gebietsführer Wallwey] wird die Forderung nach Totalität hervorgehoben: „Am 30. Januar 33 habe man noch allein gestanden, aber auch damals habe man gesagt: sich nicht auf hunderttausend, nicht auf eine Million beschränken, die ganze Jugend muss es sein. Alles wird weggefegt, die Volkseinheit sei geschaffen, weil der Führer die marxistische und die andern Parteien weggefegt hätte. 4 Millionen seien nun in der Hitlerjugend organisiert. So nur könne die Idee Bestand haben, nicht für Jahrzehnte oder für Jahrhunderte, nein für Jahrtausende. Nicht ein Dutzend oder Hunderte von Verbänden dürfe es geben, der Einheitsgedanke sei zum Durchbruch gelangt. Zu uns sind gekommen die Bünde, teilweise haben sie sich selbst aufgelöst. Zuletzt kam die evangelische Jugend. Sie hat den ersten Schritt zur Eingliederung der konfessionellen Jugend getan. Dies sei die einzige Basis, auf der die Jugend nur sein könnte: Hitlerjugend, die das braune Ehrenkleid trägt, dies sei die Voraussetzung für die Sicherung der NS-Idee.“
Die körperliche und geistige Schulung müsse ausschließlich Sache der HJ sein. Dies müsse im gesamten Westen gelten, auch wenn es hier noch Leute gebe, die die HJ als eine „nebensächliche Organisation“ ansähen.
An die katholische Jugend wird die Forderung gestellt, sich noch 1934 aufzulösen und „ihren Weg in die HJ [zu] finden“.
Zudem wird Bezug auf den Vorwurf genommen, die HJ versuche, die evangelische und katholische Jugend der Kirche zu entfremden. Dazu wird aus der Rede wie folgt zitiert: „Wir müssen dieser Stimmung entgegentreten, […] wir wollen in der HJ nicht einen Kampf führen gegen Kirche und Religion. Wir wollen die HJ nur körperlich und geistig ertüchtigen, damit das Werk Hitlers auch tatsächlich zu Ende [geführt werden] kann. Wir haben nie erklärt, die HJ kämpfe gegen die Kirche. […] Von dieser Seite [wird] eine ganz planmäßige Unruhe in die NS-Jugend hineingetragen. […] Dadurch [will man] die Kameradschaft zerstören und die HJ in ihrer Arbeit hindern […]. Das wird aber scheitern an der mutigen Entschlossenheit der HJ.“
An die Kirche und die konfessionellen Verbände wird die Forderung gerichtet, nicht in die Arbeit der HJ hineinzureden. Die Priester wolle man durch die nationalsozialistische „Revolution“ wieder ihrer „ureigensten Betätigung“ zuführen. Gegen „gewissenlose Hetzer“, die den Kampf in die Kirche trügen und ihr Amt zu der Behauptung missbrauchen würden, die HJ sei eine „Gefahr für die Kirche“, stehe man in „geschlossener Front“.
Mit Hinweis auf die Kämpfe der Nationalsozialisten gegen Marxismus und Kommunismus wird der Nationalsozialismus gleichsam als Retter der Kirche präsentiert: Wäre der Nationalsozialismus nicht gekommen, dann die KPD. „Wir haben die Tausende wieder zum Glauben an Gott zurückgeführt, die Kirche sollte dankbar sein. […] Wir haben bewiesen nach dem Grundsatz des NS-Programms, dass wir auf dem Boden der christlichen Weltanschauung stehen.“
Abschließend wird ein harter Kampf gegen die weltanschaulichen Gegner angekündigt: „Wir wollen nicht ruhen und rasten, keinen Zentimeter und keine Minute uns von unserm Wege abbringen lassen. Die Gegner werden nicht imstande sein, uns durch derartige Dinge zu hindern, sondern wir werden uns über alles hinwegsetzen. Im zweiten Jahre der Revolution müssen alle unseren Jugendlichen in unsere Reihen eingegliedert sein. […] Mögen die Angreifer kommen, woher sie wollen, ob sie mit der marxistischen Parole kommen oder ob es Priester sind, die sich ihrer ureigentlichen Aufgabe nicht bewusst sind. Die HJ verkörpert die Idee der 21 Toten, die für uns fielen […], sie sollen uns die Kraft und moralisches Recht geben: Zerschmettert die andern! Herein in die Hitlerjugend!“
Zum Abschluss wird das Lied „Vorwärts, vorwärts“ gesungen.