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Gedenken

Obwohl das Vernichtungslager Kulmhof mit dem angegliederten „Waldlager“ nach 1945 im Schatten von Auschwitz-Birkenau standen, wurde regional recht früh Sorge dafür getragen, dass die Hinterlassenschaften der NS-Verbrechen nicht vernachlässigt oder gar vergessen wurden.[1] In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden vor allem an der Stelle des ehemaligen „Waldlagers“ Skulpturen und Erinnerungstafeln errichtet. Im polnischen Kulturministerium, dem der Umgang mit den deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern oblag, ließ sich - vor allem wohl wegen der geringen Spuren und Überreste des Lagers - mit einem angemessenen Gedenken viel Zeit. Erst zum 25. Gedenktag an den deutschen Überfall auf Polen wurde 1964 im ehemaligen „Waldlager“ ein monumentales Denkmal errichtet, auf dem jedoch - wie bei anderen Denkmälern, die an zentralen Orten des Holocaust in Polen entstanden - jeder Hinweis darauf fehlte, dass es sich bei den Opfern zum größten Teil um Jüdinnen und Juden gehandelt hat. Das wurde erst ab 1990 nachgeholt. Seit 1964 wurde aber immerhin auch die Lichtung mit den Massengräbern des „Waldlagers“ kontinuierlich gepflegt. 1990 wurde im südwestlichen Teil des Geländes eine „Wand der Erinnerung“ errichtet und auf den Überresten des Krematoriums eine Gedenktafel angebracht. Seit 1995 erinnert ein privat gestifteter Gedenkstein ausdrücklich auch an die jüdischen Opfer aus dem deutschen Sprachraum.

Im Dorf selbst aber verwies über Jahrzehnte lediglich ein 1957 auf Initiative der Jüdischen Gemeinden Lodz und Włocławek auf dem Gelände des ehemaligen „Schlosses“ - und damit eher abseits - errichteter Obelisk auf die Verbrechen aufmerksam gemacht. Es fehlte jedoch eine Einrichtung, die die Geschichte der hier verübten Verbrechen angemessen darstellte. Es dauerte bis 1987, bis ein solches Museum beschlossen und mit dessen Bau begonnen wurde. Es konnte 1990 eröffnet werden, womit eine Professionalisierung des pädagogischen und wissenschaftlichen Umgangs mit dem historischen Schauplatz gewährleistet war. Seitdem ist die Zahl der Besucher - vielfach Angehörige von Opfern - stark gestiegen, und mehrere, seit 1986 durchgeführte archäologische Untersuchungen sowohl auf dem Schlossgelände als auch im Wald brachten zahlreiche Relikte der Ermordeten ans Tageslicht zurück.

Fußnoten

[1] Zum Gedenken in Chelmno vgl. ausführlich auch Loose, Chelmno.

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