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Wiederaufnahme des Massenmords

Als Himmler im Herbst 1943 die Frage prüfen ließ, ob es lohnend sein könne, Getto Litzmannstadt in ein Konzentrationslager umzuwandeln, rieten ihm seine Wirtschaftsfachleute anlässlich eines Treffens in Posen Mitte Februar 1944 als „unrentables Unternehmen“ davon ab. Daraufhin fasste der Reichsführer-SS mit Gauleiter Greiser den Entschluss, die noch Getto-Bevölkerung je nach Auftragslage nach und nach in Kulmhof zu ermorden, das dafür neu eingerichtet und in Betrieb genommen werden musste.

Zu diesem Zweck wurden die Männer des „Sonderkommandos“ mit Bothmann an der Spitze in der ersten Aprilhälfte 1944 von einem Einsatz auf dem Balkan an ihren früheren Einsatzort zurückbeordert, wo sie den Mai hindurch die Wiederaufnahme des „Betriebs“ vorbereiteten. Da das gesprengte „Schloss“ nicht mehr verwendbar war, mussten die eingespielten Abläufe verändert werden. Die Reste des Gebäudes wurden abgetragen und daneben eine Baracke zum Sortieren der Wertsachen der Opfer errichtet.

Im „Waldlager“ wurden ein Zaun sowie zwei Baracken zum Entkleiden gebaut. Hatten die Opfer das getan, wurden sie eine Rampe heraufgetrieben, an der ein „Gaswagen“ stand, der nach Abschluss des „Ladevorgangs“ ein kurzes Stück innerhalb hierfür angelegter der Schneisen zu den vorbereiteten Gruben fuhr, in denen sich zwei nunmehr fest gemauerte Erdöfen standen. Nachdem dann Mitte Juni per Bahn zwei „Gaswagen“ in Warthbrücken eingetroffen waren, verließ am 23. Juni der erste Transport das Getto Litzmannstadt. Die ersten 562 Jüdinnen und Juden wurden am folgenden Tag ermordet.

Zwischen dem 23. Juni und dem 14. Juli 1944 wurden dann in insgesamt zehn Transporten 7.176 Jüdinnen und Juden aus Litzmannstadt in den Tod nach Kulmhof deportiert. Einige von ihnen wurden im Waldlager sogar dazu gezwungen, Postkarten an ihre noch im Getto weilenden Angehörigen zu schreiben, auf denen sie mitteilen mussten, dass sie bereits im Reichsgebiet angekommen seien, wo es ihnen gut gehe. Anschließend wurden sie in unmittelbarer Nähe der Erdöfen erschossen.

Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die in Kulmhof verfügbaren Tötungskapazitäten zeitlich nicht mehr für die vollständige Liquidierung der Bevölkerung des Gettos Litzmannstadt ausreichen würden, wurden die Transporte dorthin mit dem 14. Juli 1944 eingestellt. Die noch dort verbliebenen 67.000 bis 68.000 Getto-Bewohner wurden dann zwischen dem 3. und 29. August 1944 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo die Massenmorde wesentlich schneller und effektiver abliefen.

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