[1] Zitiert nach Löw, Juden, S. 247
[2] Das war unmittelbar nach der Ankunft häufig noch anders, als sich viele weigerten, wegen deren Geruch und ekelerregendem Aussehen im Getto verteilte Lebensmittel zu essen. Lange war das angesichts der realen Zustände jedoch nicht durchzuhalten, und schon bald gingen auch die Neuankömmlinge dazu über, alles zu essen, was sie irgendwie bekommen konnten.
[3] Über die Hälfte der mehr als 600 erhaltenen, lediglich während des Zeitraums zwischen dem 4. Dezember 1941 und dem 5. Januar 1942 (bis zum 4. Dezember hatte für die Neuankömmlinge eine generelle Postsperre gegolten) verfassten Postkarten von nach Litzmannstadt deportierten Kölner Jüdinnen und Juden handeln vom Thema „Geld“ bzw. der Bitte, solches – möglichst regelmäßig – ins Getto zu schicken, weil man „in Anbetracht unserer augenblicklichen Lage darauf angewiesen“ sei. „Geld“ war somit das absolut domminierende Thema der postalischen Kommunikation: „Ich bitte Euch mir sofort Geld zu senden und zwar einen großen Betrag 100.- RM - 200.- RM, denn wir brauchen das Geld dringend. Schreibt uns bitte sofort und sendet Geld.“ Traf das ein, war die Erleichterung groß und Hoffnungen wuchsen wieder an: „Gestern am 30.12. erhielt ich Deine liebe Sendung. Du glaubst gar nicht wie ich mich damit gefreut habe. Ich habe bald vor Freude geweint.“ Vom 5. Januar 1942 bis zum 8. Mai 1944 durften dann bis auf wenige Ausnahmen jedoch überhaupt keine Post mehr aus dem Getto heraus verschickt werden, um so zu verhindern, dass Nachrichten über die dortigen Massendeportationen nach außen drangen und Besorgnis hervorriefen. Sendungen ins Getto konnten hingegen weiterhin zugestellt werden.
[4] Vgl. zu diesem Aspekt ausführlicher Koerfer, Juden, S. 26ff. und Löw, Juden, S. 146ff. Danach auch die Zitate.
[5] Die Preise des Schwarzhandels stiegen je nach Lebensmittelzufuhr immer wieder in horrende Höhen. Hier einige Beispiel: Liter Öl: normal 8 Mark, Schwarzmarkt 500 Mark; Kilo Roggenmehl: normal 0,70 Mark. Schwarzmarkt 150 Mark; Kilo Kartoffeln: normal 0,50 Mark, Schwarzmarkt 18 Mark - Tendenz steigend. Im Januar 1944 kostete ein Kilogramm Kartoffeln mit 80 Mark mehr, als der durchschnittliche Monatslohn eines Arbeiters. Zusätzliches Brot konnte sich ein „normaler“ Gettobewohner schon längst nicht mehr leisten. Der Preis für ein Brot, der im November 1942 noch bei 105, im März 1943 bei 225 Mark gelegen hatte, stieg bis Anfang Januar 1944 auf 480 Mark; Ende Februar 1944 mussten schließlich gar zwischen 1.050 und 1.100 Mark bezahlt werden. (Vgl. hierzu Löw, Juden, S. 370ff.)
[6] Zitiert nach Löw, Juden, S. 125f.