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Erste Mordaktion und Schließung des Gettos

Am 28. Februar 1940 wurde eine erste Razzia durchgeführt und einige Tausend Jüdinnen und Juden, die noch nicht ins Getto umgezogen waren, mit brutalen Methoden, die erste Todesopfer forderten, in einem Fabrikgebäude zusammengetrieben, um sie von hier aus ins „Generalgouvernement“ „auszusiedeln“.

Eine Woche später umstellte die deutsche Polizei am 5. März nach der Sperrstunde die Hauptstraße in der Łódźer Innenstadt, die inzwischen Adolf-Hitler-Straße hieß, und stürmte Wohnungen, die noch von Juden bewohnt waren. Den Bewohnern wurde befohlen, innerhalb von fünf Minuten auf der Straße zu erscheinen. Diejenigen, die diese knappe Vorgabe nicht einhielten, wurden an Ort und Stelle ermordet, die übrigen ins Getto gebracht. Diese blutige Razzia wurde am folgenden Tag in gleicher Form fortgesetzt. Dabei wurden in einem Haus sämtliche Männer umgebracht, manchmal auch ganze Familien. Auch Kranke wurden häufig direkt erschossen. Manche der Polizisten quälten ihre jüdischen Opfer zusätzlich, indem sie sie beispielsweise zu „Gymnastik“ zwangen. Andere Verfolgte rannten in Panik und in der Hoffnung auf Rettung mit wenigen hastig zusammengesuchten Habseligkeiten ins Gettogebiet. Am Abend des 6. März wurde die „Aktion“ beendet.

Am 30. April 1940 wurde das Getto Litzmannstadt - so hieß es nach der am 11. April 1940 erfolgten Umbenennung von Łódź in Litzmannstadt - „abgeriegelt“ - also von der Außenwelt abgesperrt - und die dort Internierten in dem extrem kleinen und verwahrlosten Gebiet endgültig und dauerhaft eingesperrt. Am 12. Juni 1940 zählte man 160.320 Jüdinnen und Juden, von denen 153.849 aus Łódź selbst und 6.471 aus dem umliegenden „Warthe-Gau“ stammten. Das Getto war somit das nach Warschau das zweitgrößte jemals vom NS-Regime errichtete.

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