Gedenken
Unter sowjetischer Herrschaft waren die Orte der Massenexekutionen in den Wäldern von Rumbula und Bikernieki bis 1989 vergessene Stätten des Holocausts. Selbst als Gedenkstätten errichtet wurden, konnte die jüdische Gemeinde Riga dort keine offiziellen Gedenkveranstaltungen organisieren.
1962 wurde immerhin eine Gedenkstätte für die Opfer von Rumbula errichtet, allerdings erst 2001 eine für die Toten, die im Wald von Bikernieki zu beklagen waren. Der Salaspils-Gedenkpark wurde am 31. Oktober 1967 eröffnet, die Gedenkstätte in Kaiserwald dagegen erst am 29. Juni 2005 eingeweiht.
In Riga selbst gibt es seit 1989 ein kleines Jüdisches Museum, in dem die Erinnerung an das Getto wachgehalten werden soll. In dessen Kontext entstand auch der „Verein der Überlebenden des Rigaer Gettos“, der sich seit 1993 für finanzielle Hilfen für die Überlebenden einsetzt.
Am 21. September 2010 wurde in Riga dann schließlich das Getto-Museum eingeweiht, das sich in der „Moskauer Vorstadt“ an der Grenze des ehemaligen Gettos befindet und sowohl an das Getto als auch das Schicksal seiner Bewohner erinnert. Die Museumsgebäude und das umliegende Gelände stellte die Stadt Riga der jüdischen Organisation Shamir, die die Gründung des Museums angestoßen hatte, zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Die Außenausstellung des Museums legt besonderen Wert auf die Darstellung persönlicher Schicksale der lettischen Jüdinnen und Juden. Im Hof des Museums befindet sich eine Tafel mit mehr als 70.000 Namen lettischer Holocaustopfer.