Menü

Das Getto in Riga

Auch in Riga isolierte man die jüdische Bevölkerung. Hierzu trennte man vom Gebiet der lettischen Hauptstadt ein Getto ab, in dem zunächst lettische Jüdinnen und Juden, danach Deportierte aus dem Reichsgebiet untergebracht wurden.[1]

Nach dem Angriff auf die Sowjetunion 1941 eroberten deutsche Truppen auch das Gebiet um Riga, das sie zum Verwaltungssitz des „Reichskommissariats Ostland“ bestimmten. Die jüdische Bevölkerung wurde anschließend in dem in der Stadt eingerichteten Getto zusammengetrieben, ermordet oder in andere Konzentrationslager deportiert.

Als der Gettobereich Ende November 1941 von lettischen Jüdinnen und Juden geräumt wurde, um dort für deportierte Leidensgenossinnen und -genossen aus Deutschland Platz zu machen, wurden die Betroffenen von lettischer und deutscher SS kurzerhand ermordet. Am 30. November wurden etwa 15.000, am 8. und 9. Dezember noch einmal rund 12.000 Menschen an ausgehobenen Gruben in den stadtnahen Wäldern von Rumbula und Bikernieki erschossen und verscharrt.

Die etwa 25.000 deutschen Jüdinnen und Juden, die daraufhin ab dem 30. November 1941 in der Stadt eintrafen, wurden später ebenfalls ermordet. Nur wenige überlebten. Das Getto wurde am 2. November 1943 geräumt und die dort Internierten unter anderem ins KZ Riga-Kaiserwald überführt.

Fußnoten

[1] Die Darstellung folgt Klein, Jüdinnen, Gottwaldt/Schulle, Judendeportationen, Verfolgung und Ermordung, Bd. 6, http://www.deathcamps.org/occupation/riga%20Getto.html und https://www.memorialmuseums.org/denkmaeler/view/1483/Museum-des-Rigaer-Gettos-und-des-Holocaust-in-Lettland.

Baum wird geladen...