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Auflösung und Ende

Die Transporte aus dem Reichsgebiet nach Minsk und Maly Trostenez wurden im Herbst 1942 eingestellt. Ein Grund dafür war das Faktum, dass die jüdische Bevölkerung im Reichsgebiet derart zusammengeschmolzen war, dass sich derart große Transporte nicht mehr zusammenstellen ließen, ein weiterer, dass für September und Oktober 1942 Treblinka als Zielort für die Deportationen aus Theresienstadt bestimmt worden war. Ab dem 29. November 1942 wurden schließlich sämtliche zur unmittelbaren Ermordung seiner Insassen bestimmten Transporte aus Deutschland nach Auschwitz-Birkenau geleitet.

Am 21. Juni 1943 befahl Himmler die Auflösung der Gettos im „Reichskommissariat Ostland“, in deren Rahmen alle „Arbeitsfähigen“ in Konzentrationslager eingewiesen, die übrigen Bewohner ermordet werden sollten. Die sich über mehrere Wochen erstreckende Auflösung des Minsker Gettos begann am 1. September, in deren Verlauf erneut mehrere Tausend Jüdinnen und Juden im Wald von Blagowschtschina ermordet wurden - allein am 14. September und zwischen dem 21. und 23. Oktober mindestens 3.000.

Der Rückzug von Sicherheitspolizei und Sicherheitsdienst aus Blagowschtschina war aber keineswegs gleichbedeutend mit dem Ende der Massentötungen bei Maly Trostenez. Ab Anfang 1944 wurden nun das Lager auf dem „Gut des Kommandeurs“ und dessen nächste Umgebung mit dem im Herbst 1943 zu solchen Zwecken hergerichteten Waldgebiet Schaschkowka zum Ort neuer Mordtaten.

Die Häftlingszahl im Lager war bis zum Herbst 1943 auf 600 bis 900 gestiegen, von denen im September 480 jüdische Gefangene nach Majdanek deportiert, weitere 80 direkt im Wald von Blagowschtschina erschossen wurden. Bis zum deutschen Rückzug reduzierte sich deren Zahl auf dem „Gut“ weiter auf 112 jüdische und 80 weißrussische „Arbeitshäftlinge“.

Unmittelbar vor dem endgültigen deutschen Rückzug wurde das Landgut dann noch selbst zum Schauplatz von Massenmorden: Ab dem 28. Juni 1944 - an diesem Tag waren die bislang hier tätigen SS-Wachen aus Litauen, der Ukraine, Weißrusland, Ungarn und Rumänien durch ein spezielles SS-Kommando aus Deutschland ersetzt worden - befahl der Chef der Sipo und des SD in Minsk die Exekution aller 6.500 Gefangenen des Gefängnisses in der Wolodarski Straße und der Schirokaja Straße in der weißrussischen Hauptstadt. Zwischen dem 28. und 30. Juni 1944 wurden sie von dort ins Lager nach Maly Trostenz gebracht, wo sie gruppenweise von einem Exekutionskommando in eine der Scheunen getrieben und dort erschossen wurden. Anschließend wurde das Gebäude angezündet. Auf diese bestialische Weise wurden unmittelbar danach auch fast alle der noch verbliebenen Häftlinge des Arbeitslagers auf dem „Gut“ selbst ermordet und alle noch vorhandenen Einrichtungen des Lagers zerstört.

Am 4. Juli 1944 erreichten sowjetische Truppen Maly Trostenez, wo der in der Scheune aufgerichtete Scheiterhaufen mit den Ermordeten noch immer brannte.

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