Einrichtung
Wenige Wochen nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 wurde auf Befehl Heinrich Himmlers unter dem Kommando von Odilo Globocnik von der „Zentralbauleitung der SS und Polizei“ mit dem Bau eines „Kriegsgefangenenlagers der Waffen-SS“ in dem Lubliner Vorort Majdan Tatarski begonnen. Das nach dessen Vorgaben vom 20. Juli 1941 zunächst für 25.000 bis 50.000 sowjetische Kriegsgefangene geplante Lager sollte sowohl ein Produktions- und Materiallager für die im Osten geplanten SS-Dienststellen sein als auch als Arbeitskräftereservoir dienen, das für den Bau der SS-Siedlung in Lublin genutzt werden sowie Beschäftigte für die von der SS betriebenen Deutsche Ausrüstungswerke GmbH (DAW) und den SS-Bekleidungswerken (BKW) stellen sollte.
Im Sommer 1941 wurde mit dem Bau auf einem 270 Hektar großen Gelände südöstlich von Lublin nahe des Vorortes Majdan Tatarski begonnen, während die Verwaltung des Lagers in der Gartenstraße 12 im Lubliner Zentrum untergebracht wurde. Der formale Auftrag zum Baubeginn des Lagers erfolgte am 22. September 1941.
Das ursprüngliche Aufnahmevermögen schrittweise erweitert und am 8. Dezember 1941 letztendlich auf eine „Gesamtkopfzahl von 150.000 Kriegsgefangenen bzw. Häftlingen“ festgelegt. Die verfügbare Grundfläche war sogar größer als jene von Auschwitz-Birkenau. Im Zentrum des Lagers sollten zehn - jeweils von Elektro-Stacheldrahtzäunen und Wachtürmen umgebene - Barackenfelder mit wiederum jeweils 20 Schlafbaracken errichtet werden.
Da die Wehrmacht jedoch wenig Interesse daran zeigte, die in Majdanek dringend benötigten Arbeitskräfte in ihren eigenen Kriegsgefangenenlagern sozusagen für die SS am Leben zu halten, kamen nur wenige Rotarmisten in Majdanek an. Da es kriegsbedingt auch zu erheblichen Materialengpässen kam, scheiterte das gesamte Vorhaben, und Majdanek blieb ein Provisorium.
Nachdem Majdanek schließlich mehr und mehr den Charakter eines Vernichtungslagers annahm, wurden im Herbst 1942 im sogenannten „Bunker“ drei Gaskammern errichtet. Als im Frühjahr und Sommer 1943 immer mehr komplette Familien aus den Gettos in Warschau, Miedzyrzec, Rejowiec und Bialystok ins Lager kamen, wurden auf dem „Frauenfeld“ zwei „Kinderbaracken“ eingerichtet, in denen - meist mit ihren Müttern und unter katastrophalen Lebensbedingungen - vorübergehend Säuglinge und Kleinkinder untergebracht wurden. Zur Verbrennung der immer zahlreicher werdenden Leichen ließ die Lagerverwaltung im September 1943 schließlich noch ein neues Krematorium mit fünf Brennöfen bauen.