Gedenken
Einige der wenigen überlebenden Jüdinnen und Juden aus Lublin kehrten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in ihre Heimatstadt zurück. Sie gründeten dort eine jüdische Gemeinde, die bis in die 1970er Jahre bestand, dann aber in Gänze zerfiel. Heute leben daher nur noch sehr wenige Juden in der Stadt.
1963, zum 20. Jahrestag der Auflösung des Gettos, errichtete die jüdische Gemeinde ein Denkmal zu Erinnerung an die damaligen Opfer. Es wurde von Bogumił Zagajewski (Bildhauer) und Janusz Tarabuła (Maler) entworfen und aus schwarzem Granit in Form eines jüdischen Grabsteins gefertigt. Am Fuße des Denkmals sind jene Orte aufgeführt, an denen Jüdinnen und Juden aus der Region Lublin ermordet wurden. Die Widmung auf dem Stein lautet: „Ehre der ewigen Erinnerung der polnischen Bürger jüdischer Nationalität aus der Woiwodschaft Lublin, die durch die Hitlerfaschisten in den Jahren des Zweiten Weltkrieges bestialisch ihres Lebens beraubt wurden.“ Die Widmung wird durch ein Zitat auf Polnisch und Jiddisch ergänzt, das dem „Großen Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk“ des Dichters Jizchak Katzenelson (1886-1944) entnommen wurde: „All meine Toten such ich in jedem Haufen Asche“ (Übersetzung nach Wolf Biermann) oder „In jeder Handvoll Asche suche ich meine Nächsten“.
Der Gedenkstein stand bis 2006 auf dem „Plac Ofiar Getta“ („Platz der Gettoopfer“), bis er wegen geplanter Bauarbeiten innerhalb des Stadtzentrums umgesetzt wurde. Diese Akt bleibt bis heute umstritten.