Flucht und Aufstand
In der Zeit seines Bestehens, versuchten Häftlinge immer wieder, Treblinka auf verschiedenen Wegen zu entkommen - nicht zuletzt, um so zu gewährleisten, dass Menschen überlebten, die der Nachwelt über den schier unglaublichen Massenmord berichten konnten.
Dutzenden gelang bis Herbst 1942 die Flucht, indem sie sich zwischen Kleiderbündeln versteckten, die aus dem Lager abtransportiert wurden. Sie sprangen anschließend während der Fahrt aus den fahrenden Zügen.
In den „ruhigeren“ Monaten des Jahres 1943 formierten sich unter den Häftlingen dann regelrechte konspirative Widerstandsgruppen. Deren Angehörige planten - ähnlich wie Leidensgenossen in Sobibór - einen kollektiven Ausbruch während des Generalappells am 2. August 1943. An diesem Tag begann der Aufruhr jedoch etwas früher als geplant gegen 16 Uhr, wodurch viele der Widerständigen trotz aller Vorbereitung in Panik gerieten. Dennoch schlossen sich die meisten der nicht eingeweihten Häftlinge spontan dem Aufstand an und versuchten, Schneisen in den Stacheldraht zu schneiden, um so aus dem Lager ausbrechen zu können. Hunderte von ihnen starben im Gewehrfeuer der SS oder wurden in der näheren Umgebung wieder gefangengenommen und sofort getötet. Andere, denen die Flucht zunächst gelungen war, wurden von SS- und Polizeieinheiten, aber auch von antisemitisch orientierten Einheimischen im Laufe der noch fast einjährigen Besatzungszeit aufgespürt und ermordet. Nur etwas mehr als 50 der bei der Revolte geflüchteten Häftlinge überlebten letztendlich den Krieg - darunter auch zwei Frauen.