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Ernährung und Unterbringung

In den ersten Jahren war die Verpflegung im KZ Sachsenhausen zwar einfach, aber trotz aller Abstriche erträglich. Zum Frühstück gab es Ersatzkaffee, dazu Haferflocken oder Grütze, mittags Steckrüben, Kohl oder Hülsenfrüchte, Graupen oder Reis mit Soße, manchmal sogar ein paar Stückchen Fleisch. Abends wurde das Brot für den nächsten Tag verteilt. Dazu gab es wieder Ersatzkaffee, ferner Margarine oder Schmalz, Fleisch-, Leber- oder Blutwurst. Die Portionen reichten aus, um auch die schwer arbeitenden Häftlinge einigermaßen bei Kräften zu halten. Hungern mussten nur jene, die mit Essensentzug bestraft worden waren. Auch in der Strafkompanie gab es geringere Rationen.

Das alles änderte sich mit den Masseneinlieferungen im Juni und November 1938 grundlegend. Es gab nicht nur viel zu wenig Platz für die neuen Häftlinge, sondern auch zu wenig Essgeschirr und Besteck, so dass viele von ihnen bei der Essensverteilung leer ausgingen. Es wurde nun auch unmöglich, Brot für den nächsten Morgen zurückzulegen, weil es angesichts des allgemeinen Mangels gestohlen wurde. Nachdem sich die Zustände mit zunehmender Zahl an Entlassungen im Laufe des ersten Halbjahrs 1939 wieder gebessert hatten, trat mit Kriegsbeginn eine neue und massive Verschlechterung der Verhältnisse für alle Häftlinge ein.

Am 1. September sie auf dem Appellplatz antreten, um im „Gemeinschaftsempfang“ Hitlers Reichstagsrede anzuhören. Im Anschluss daran ordnete die Lagerleitung erhebliche Verschärfungen der Haftbedingungen an, wobei eine starke Senkung der Lebensmittelrationen zu den gravierendsten und schmerzhaftesten Maßnahmen zählte. Seitdem war der Hunger ständiger Begleiter im Leben der Sachensenhausener Häftlinge. Selbst bis dahin gut ernährte, gesunde Menschen wurden nach ihrer Einlieferung innerhalb weniger Wochen schwach und krank. Besonders betroffen von all diesen Einschränkungen waren auch nun wieder einige bestimmte Häftlingsgruppen wie Juden, die Strafkompanie und jene n der „Isolierung“ sowie natürlich alle schon zuvor Geschwächten und Arbeitsunfähigen.

Die Kleidung der Gefangenen setzte sich zwischen 1936 bis 1939 aus unterschiedlichen Restposten zusammen. Die meisten trugen alte Polizeiuniformen, die je nach Gruppenzugehörigkeit an Brust, Rücken und Beinen mit Ölfarbe gekennzeichnet waren. Im Frühjahr 1939 wurden die ersten gestreiften, schlecht wärmenden Häftlingsanzüge aus dünner Zellwolle oder anderen minderwertigen Stoffen ausgegeben, die dann über mehrere Jahre die einheitliche KZ-Kleidung darstellten.

Die Unterkünfte bestanden aus 50 Meter langen und acht Meter breiten, grün gestrichenen Holzbaracken, die jeweils in zwei Flügel unterteilt waren, von denen wiederum jeder über einen Schlaf- und einen Wohnraum verfügte. Nachdem zu Beginn jeder Schlafraum mit 36 doppelstöckige Betten sowie einigen Einzelbetten für Block- und Stubenälteste bestückt gewesen war, wurde die Kapazität ab 1938/39 deutlich erhöht und dreistöckige Betten eingeführt. Obwohl die bereits sehr engen Unterkünfte für 140 bis 150 Häftlinge vorgesehen waren, erhöhte sich deren Zahl dadurch auf mindestens 200 pro Raum. Während des Krieges kam es dann zu Belegungen mit bis zu 400 Häftlingen, weil sich jeweils zwei ein Bett teilen mussten.

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