Menü

Das Konzentrationslager Sachsenhausen

Dem im Sommer 1936 am Rande der Kleinstadt Oranienburg errichteten Konzentrationslager Sachsenhausen kam aufgrund seiner Nähe zu Berlin eine besondere Stellung im System der KZs zu.[1] Dabei übernahm es wichtige Funktionen vom KZ Dachau, das durch die Verlegung des politischen Handlungszentrums der SS-Führung von München nach Berlin an die Peripherie gerückt war.

Sachsenhausen war somit das KZ der Reichshauptstadt, dem aber auch darüber hinaus große Bedeutung zukam, weil es zu einer Art Vorzeigelager von NS-Regime und SS wurde. Das brachte Reichsführer-SS Heinrich Himmler in einem Schreiben an das Reichsjustizministerium deutlich zum Ausdruck. Demnach sollte ein „vollkommen neues, jederzeit erweiterungsfähiges modernes und neuzeitliches Konzentrationslager“ entstehen, „das allen Anforderungen und Erfordernissen nach jeder Richtung hin gewachsen“ sein würde.[2]

Insgesamt waren zwischen 1936 und 1945 etwa 200.000 Häftlinge im KZ Sachsenhausen interniert, von denen nur etwa 140.000 registriert wurden. Nach Schätzungen wurden 35.000 bis 40.000 von ihnen dort ermordet. In etwa 100 Außenlagern mussten die Häftlinge Zwangsarbeit leisten - vorrangig in der Rüstungsindustrie.

Zu den im Lager internierten Gruppen zählten zeitweise auch zahlreiche jüdische Männer, die im Zuge des Pogroms im November 1938 verhaftet und zeitweise in Sachsenhausen, Dachau und Buchenwald interniert wurden. Zwischen diesen drei genannten Lagern gab es 1938 erhebliche Unterschiede hinsichtlich der allgemeinen Lebensverhältnisse, der Unterbringung und der Hygiene, die von der jeweiligen Ausbaustufe abhingen. Eine Gemeinsamkeit gab es jedoch: Auch wenn alle drei KZs als Massenlager konzipiert worden waren, war keines von ihnen auf eine derartig schlagartige Aufnahme von Tausenden Gefangenen vorbereitet, wie dies im November 1938 dann geschah.

Fußnoten

[1] Die folgende Darstellung, sofern nicht anders angemerkt, nach Kaienburg, Sachsenhausen. Vgl auch https://www.sachsenhausen-sbg.de/geschichte/1936-1945-konzentrationslager-sachsenhausen/ und https://www.holocaust.cz/de/geschichte/nazistische-konzentrationslager-und-ghettos/konzentrationslager/sachsenhausen-2/ (11.9.2021).

[2] Zitiert nach Kaienburg, Sachsenhausen, S. 29

Baum wird geladen...