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Nach dem Pogrom

Bis zum Jahr 1938 war die Zahl der in Dachau internierten Juden selten mehr als zweistellig. Als dann nach dem „Anschluss“ Österreichs ab Ende Mai 1938 Transporte von dort ansässigen Juden einsetzten und direkt anschließend im Juni auch ein Teil der im Rahmen der Aktion „Arbeitsscheu reich“ verhafteten Juden nach Dachau eingeliefert wurden, stieg deren Zahl derart stark an, dass am 23./24. September 1938 insgesamt 2.282 jüdische Häftlinge aus Dachau nach Buchenwald verlegt.

Im Rahmen des Pogroms waren am 9./10. November 1938 im gesamten Reichsgebiet Tausende jüdischer Männer festgenommen worden, die danach auf die drei Konzentrationslager Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald verteilt wurden. In Dachau kam seitdem täglich eine große Zahl solcher abfällig als „Aktionsjuden“ diffamierter Häftlinge an - am 10. November 1.097, am nächsten Tag 1.045 und am 12. November schließlich 3.166 Personen. Auf den gesamten Monat November bezogen wurden insgesamt 10.911 Juden im KZ eingeliefert, 3.700 von ihnen aus Österreich, die meisten anderen und zwar aus Süddeutschland und aus den rheinischen Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln. Dadurch stieg die Gesamtbelegung der in Dachau Internierten auf 14.232. In Buchenwald wurden zur gleichen Zeit 9.828, in Sachsenhausen rund 8.000 jüdische Häftlinge interniert.

Als Ausweg aus den Lagern blieb ihnen nur der weitgehende Verzicht auf ihren Besitz und ihre umgehende Auswanderung an. Mit jenen, die diesen Bedingungen als erste zustimmten bzw. aufgrund ihrer familiären und finanziellen Situation zuzustimmen in der Lage waren, begannen Ende November 1938 die schrittweise Entlassung. In Dachau sank ihre Zahl von 14.232 im Laufe des Dezember 1938 auf 8.989, im Januar 1939 dann auf 7.273. Über 5.871 im Februar und 4.326 im März pendelte sie sich die Zahl der in Dachau inhaftierten Juden ab April zwischen 3.300 und 3.900 ein.

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