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Gedenken

1958 errichtete die DDR in der Nähe der Massengräber des Konzentrationslagers Buchenwald am Südhang des Ettersberges ein weithin sichtbares Denkmal. Dessen Monumentalität sollte zwar wohl auch einen Reflex auf das Ausmaß der Buchenwalder Verbrechen darstellen, doch diente es der DDR vorrangig als nationales Denkmal, in dessen Zentrum die kommunistischen deutschen Widerstandskämpfer standen. Damit diente es mit deren individuellen Schicksalen zugleich auch der Legitimierung und Zementierung des Führungsanspruchs der SED in der DDR. Diese „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ wurde in den Jahren nach ihrer Eröffnung mit Ausstellungen, Archiv und Bibliothek zur größten deutschen KZ-Gedenkstätte ausgebaut.

Mit der „Wende“ des Jahres 1989 kamen auch ein Überdenken und die anschließende Neukonzeption der Gedenkstätte Buchenwald, womit auch die einseitige Betonung des Widerstandskampfes der kommunistischen Häftlinge ihr Ende fand. Endlich kam auch zur Sprache, dass die SS in Buchenwald zahlreiche weitere Häftlingsgruppen interniert, gequält und viele ihrer Angehörigen ermordet hatte: rassistisch Verfolgte, „Gemeinschaftsfremde“ und etwa Zeugen Jehovas sowie Frauen, die in Außenlagern des KZ Buchenwald Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten mussten. Endlich wurde auch die bis dahin geltende Tabuisierung von Existenz und Geschichte des sowjetischen Speziallagers Buchenwald aufgegeben.

Bereits im November 1989 entwickelten Mitarbeiter der Nationale Mahn- und Gedenkstätte ein neues Arbeitskonzept. Es dauerte bis September 1991, bis eine vom thüringischen Wissenschaftsminister berufene Historiker-Kommission die Leitlinien der Neukonzeption formulierte. Empfohlen wurde dabei auch die Änderung des Namens „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ in „Gedenkstätte Buchenwald“ im April 1994 wurde die „Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora“ gegründet, ein Jahr später das Denkmal für alle Opfer des KZ Buchenwald eingeweiht.

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