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Einrichtung

Im Juli 1937 begannen aus den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Sachsenburg und Lichtenburg abgeordnete Häftlinge mit der Errichtung eines Konzentrationslagers am Ettersberg bei Weimar, das schließlich den Namen „Buchenwald“ erhielt. Zunächst war es insbesondere zur Internierung von politischen Gegnern, vorbestraften Kriminelle und all jenen Gruppen vorgesehen, die das NS-Regime unter den Begriff „Asoziale“ subsumierte.

Das Lager mit einer Fläche von mehr als 40 Hektar wurde terrassenförmig in nördlicher Hanglage des Berges errichtet, um so dessen bessere Überwachung zu ermöglichen, denn vom Haupttor aus bot sich so ein vollständiger Überblick über die gesamte Lagerfläche. Diese wurde mit einem 3 km langen und 3 m hohen Stacheldrahtzaun, einem unter Spannung stehenden Elektrozaun und von 22 mit Maschinengewehren ausgerüsteten dreistöckigen Wachtürmen umgeben. Für die Unterbringung der Häftlinge wurden 34 Holzbaracken und 16 zweistöckigen Steinbaracken errichtet. Zum „Schutzhaftlager“ zählten neben einem rund 15.000 qm großen Appellplatz außerdem noch mehrere Gebäude. Das Torgebäude mit Arrestzellen, der sogenannte Bunker“, war seit Februar 1938 die Mord- und Folterstätte des Lagers unter SS-Aufseher Martin Sommer.

Das Lagertor trug die Inschrift „Jedem das Seine“, die die Häftlinge tagtäglich mehrfach vom Appellplatz aus im Blick hatten. Auf den ersten Blick vielleicht widersinnig erscheinend, war diese Inschrift jedoch zutiefst zynisch gemeint und war gezielt gewählt worden, um die Inhaftierten zusätzlich zu demütigen. Buchenwald war im Übrigen das einzige KZ, das diesen Schriftzug am Eingang trug. Er wurde vom ehemaligen Bauhaus-Architekten Franz Ehrlich, der bis 1943 selbst in Buchenwald inhaftiert war, auf Befehl der Lagerleitung entworfen. Ehrlich wählte hierfür eine seitens des NS-Regimes als „entartet“ eingestufte Schriftart, die Mitarbeiter des „Bauhauses“ entwickelt hatten. Der Schriftzug als solcher war somit ein kleiner Akt des Widerstands, und die Tatsache, dass dieser kleine subversive Akt der Lagerleitung nie auffiel, ein Beleg für deren ausgeprägte kulturelle Ignoranz.[1]

Ungeachtet dessen, dass das Häftlingslager erst zur Hälfte stand, Wege und Straßen noch unbefestigt waren, eine stabile Anbindung an Wasser und Kanalisation und damit die hygienischen Grundlagen für die Unterbringung von Menschen fehlten, wies die Gestapo ab April 1938 Tausende von Verhafteten ein.

Fußnoten

[1] Vgl. hierzu auch die vergleichbare Handlung des deportierter polnischer Kunstschmieds Jan Liwaczs, der als Zeichen seines Protests das „B“ im Wort „Arbeit“ in der Tor-Inschrift „Arbeit macht frei“ in Auschwitz umdrehte, ohne dass das der SS jemals aufgefallen wäre.

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