Das Konzentrationslager Buchenwald
Im Juli 1937 ließ die SS auf dem Ettersberg bei Weimar den Wald roden und errichtete dort ein neues Konzentrationslager.[1] Mit dem Lager sollten politische Gegner bekämpft, Juden, Sinti und Roma verfolgt sowie „Gemeinschaftsfremde“ - etwa Homosexuelle, Wohnungslose, Zeugen Jehovas und Vorbestrafte, dauerhaft aus dem deutschen „Volkskörper“ ausgeschlossen werden. Schon bald wurde Buchenwald zum Synonym für das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager.
Nach Kriegsbeginn wurden Menschen aus ganz Europa dorthin verschleppt. Im KZ auf dem Ettersberg und in seinen 139 Außenlagern wurden nahezu 280.000 Menschen inhaftiert und zur Arbeit in der deutschen Rüstungsindustrie gezwungen. Mehr als 56.000 von ihnen starben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung oder wurden - wie Tausende sowjetischer Kriegsgefangener - brutal ermordet.
Zu den im Lager internierten Gruppen zählten zeitweise auch zahlreiche jüdische Männer, die im Zuge des Pogroms im November 1938 verhaftet und zeitweise in Buchenwald, Dachau und Sachenhausen interniert wurden. Zwischen diesen drei genannten Lagern gab es 1938 erhebliche Unterschiede hinsichtlich der allgemeinen Lebensverhältnisse, der Unterbringung und der Hygiene, die von der jeweiligen Ausbaustufe abhingen. Eine Gemeinsamkeit gab es jedoch: Auch wenn alle drei KZs als Massenlager konzipiert worden waren, war keines von ihnen auf eine derartig schlagartige Aufnahme von Tausenden Gefangenen vorbereitet, wie dies im November 1938 dann geschah.
Fußnoten
[1] Die folgende Darstellung nach Stein, Sonderlager, https://www.buchenwald.de/72/ und https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Buchenwald (8.9.2021). Sie beinhaltet eine knappe Skizze der Lagergeschichte, konzentriert sich ansonsten allerdings stark auf jene kurze Phase ab November 1938, in der in einem Sonderbereich des Lagers eine große Zahl jüdischer Männer interniert war.