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Gedenkort Auschwitz

Im Sommer 1945 gab die Rote Armee das Lagergelände in Auschwitz an die polnischen Behörden zurück. Die Erinnerung an das Lager wurde daraufhin zunächst überwiegend von ehemaligen politischen Häftlingen getragen und aufrechterhalten. Hierzu gründeten sie im Februar 1946 einen Verein, führten Besucher durch das Gelände, schützten es vor Vandalismus und legten ein Archiv an.

Am 2. Juli 1947 wurde dann die Gedenkstätte in Auschwitz offiziell eröffnet, die sich auf das Gelände des Stammlagers „Auschwitz I“ konzentrierte. Bei der inhaltlichen Ausrichtung der Gedenkstätte wie auch der dort gezeigten Ausstellung standen das Schicksal der polnischen Gefangenen und die Opferrolle der polnischen Nation im Vordergrund. Die systematische Ermordung der jüdischen Bevölkerung wurde hierbei lediglich in verschiedene nationale Verfolgungsgeschichten eingebettet und insgesamt wenig behandelt und gewürdigt. Zwischen 1960 und 1985 erarbeiteten aber immerhin 13 Staaten jeweils eigene Ausstellungen, die in den Gebäuden des ehemaligen Stammlagers präsentiert wurden.

Auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Birkenau („Auschwitz II“) wurde erst 1967 - als polnisch-italienischer Gemeinschaftsentwurf - ein Mahnmal eingeweiht. Ansonsten war und blieb das ehemalige Vernichtungslager als Gedenkort lange vernachlässigt. Erst in den Jahren nach den politischen Veränderungen des „Wendejahres“ 1989 wurde auch dieses Lager immer stärker in die Arbeit des Museums eingebunden.

Im Herbst 1989 leitete Tadeusz Mazowiecki - als erster nichtkommunistischer Ministerpräsident Polens seit 1945 - eine Umstrukturierung der Gedenkstätte Auschwitz ein, in die nun auch Holocaustforscher eingebunden wurden. nun wurde erstmals deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die meisten der weit über eine Million Opfer des Lagerkomplexes Auschwitz Jüdinnen und Juden gewesen waren.[1]

Der seitdem bestehende Gedenkort umfasst eine Gesamtfläche von 191 Hektar, von denen 20 den KZ-Teil „Auschwitz I“ und 171 das Vernichtungslager Birkenau („Auschwitz II) umfassen.

2017 betrug die Anzahl der Besucher rund 2,1 Millionen. Die meisten von ihnen kamen aus Polen (498.000), Großbritannien (339.000), den USA (183.000), Italien (115.000), Spanien (101.000), Deutschland (85.000), Israel (83.000), Frankreich (74.000), Tschechien (53.000) und Schweden (44.000), wobei die quantitative Reihenfolge durchaus Anlass zu weiteren Überlegungen bieten könnte.

Fußnoten

[1] Darstellung nach https://www.memorialmuseums.org/denkmaeler/view/76/Staatliches-Museum-Auschwitz-Birkenau. Vgl. ausführlich auch https://de.wikipedia.org/wiki/Staatliches_Museum_Auschwitz-Birkenau (8.9.2021).

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