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Aufnahme und Unterbringung

Die Aufnahme im Lager lief nach einem Ritual ab, das sich erst nach Verlegung des Gleisanschlusses für die einlaufenden Transporte ins Lager Birkenau veränderte. Grundsätzlich blieb es aber immer dem gleichen Grundmuster.

Die Ankömmlinge, die an der Rampe als „arbeitsfähig“ kategorisiert worden waren, brachte man sie ins eigentliche Lager, wo sie alle persönlichen Dinge, Zivilkleidung, Wäsche, Wertgegenstände, Papiere und sonstige Gegenstände abgeben und sich auf dem Hof zwischen den Blocks nackt ausziehen mussten. Das persönliche Eigentum musste komplett abgegeben werden, wurde in Papiersäck gepackt und in der „Effektenkammer“, später in Birkenau in dem Block „Kanada II“ eingelagert. Anschließend mussten Häftlinge sämtliche Körperhaare der neu Angekommenen entfernen, woraufhin diese in die Duschräume gescheucht wurden, wo die SS und deren Helfer die Wassertemperatur häufig derart kalt oder heiß einstellten, dass selbst das Duschen zur Qual wurde.

Im Anschluss daran wurde die Lagerkleidung ausgegeben - in den Anfangsjahren gestreifte KZ-Kleidung, auf der die Häftlingsnummer und der farbige Winkel angebracht waren, später aufgrund zunehmender Rohstoffknappheit aufgetragene und oftmals unvollständige Kleidungsstücke. Es folgte die Registrierung von Personalien einschließlich Staats- oder Volkszugehörigkeit auf Häftlingskarten. Ab Herbst 1941 wurde allen Neuankommenden außerdem die Häftlingsnummer als untilgbare Kennzeichnung auf dem linken Oberarm, bei Kleinkindern in den Oberschenkel tätowiert - eine Besonderheit des KZ Auschwitz.

Schließlich erfolgte die Einweisung in überfüllte Baracken. Dort wurde den Neuankömmlingen von erfahrenen Mitgefangenen erklärt, dass sie ihre Angehörigen, von denen sie sich im Chaos der Selektion an der Rampe nicht einmal hatten verabschieden können, nie mehr wiedersehen würden. Auschwitz-Überlebende berichten, dass sie die ersten Tage im Lager in einem Lähmungs- und Schockzustand verbracht hätten. Danach entschied die Zuordnung zu einem „guten Kommando“ entscheidend über das individuelle Überleben.

Anfangs schliefen die Häftlinge in den in den fünf Meter breiten Räumen der Baracken in drei Reihen auf Strohsäcken auf dem Fußboden. Als Himmler im März 1941 das Lager inspizierte, wurden in dem von ihm besichtigten Block kurzfristig dreistöckige Holzbettgestelle aufgestellt, in denen offiziell jeder Häftling Platz auf einem Strohsack hatte. Tatsächlich wurden auf der Fläche von 80 x 200 cm später aber zwei, manchmal gar drei Häftlinge untergebracht.

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