Rubensstraße 30: Gettohaus
Das dem Jüdischen Wohlfahrtsamt in der Rubenstraße 33 schräg gegenüberliegende Gebäude Rubensstr. 30, das bis um 1939 einer jüdischen Familie gehört hatte, wurde - wie das Wohlfahrtsamt selbst - seit 1941 als Gettohaus genutzt. Von hier aus, ihrer letzten Adresse in Köln, wurden der ehemalige Leiter des in der Rubensstraße 33 untergebrachten Israelitischen Wohlfahrtsamtes, Karl Kaiserblüth, und seine Frau Else im Juni 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert.
Als auch die Kölner Juden Mitte 1942 gezwungen wurden, technische Geräte wie Schreibmaschinen, Fotoapparate oder Fahrräder sowie Bekleidungsstücke, die „nicht mehr unbedingt notwendig“ waren, entschädigungslos abzuliefern, wurden diese Gegenstände im Hinterhaus dieses Gebäudes gesammelt und dort von den NS-Behörden beschlagnahmt und übernommen. [1]
Fußnoten
[1] Becker-Jákli, jüdisches Köln, S. 182