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Neumarkt 31: Ärztehaus

Der 1886 geborene praktische Arzt Dr. Hans Feldheim lebte mit seiner nicht jüdischen Ehefrau und zwei Töchtern in Wuppertal-Barmen, wo er eine Praxis führte. Da er sich dort zunehmenden Schikanen ausgesetzt sah, entschloss er sich 1936, mit seinen Töchtern - seine Frau war zwischenzeitlich verstorben -nach Köln zu ziehen, um hier am Neumarkt 31 die im ersten Stock gelegene Wohnung und Praxis des jüdischen Internisten Dr. Ernst Weiner zu übernehmen, der unmittelbar zuvor emigriert war.

In den nächsten beiden Jahren nahm auch in der Praxis Feldheim die Zahl der Patienten stetig ab, sodass dessen wirtschaftliche Lage immer schwieriger wurde. Immerhin zählte Hans Feldheim 1938 noch zu den wenigen Ärzten in Köln, die als „Krankenbehandler“ zur Versorgung jüdischer Patienten zugelassen waren.

Gegen Ende 1938 gab er seine Praxis am Neumarkt auf und zog mit den Töchtern in die hinsichtlich der Mietpreise billigere Kamekestraße. Während seine jüngere Tochter Helga – gegen erhebliche Widerstände von Vater und Schwester – 1939 in die Niederlande emigrierte, blieben Hans und Anneliese Feldheim in Köln, wo er in seiner Wohnung, im jüdischen Krankenhaus in Ehrenfeld sowie nach dessen Räumung im Sammellager in Köln-Müngersdorf und zeitweise im Gettohaus in der Utrechter Straße 6 Sprechstunden abhielt. 1943 wurde der Arzt von den NS-Behörden als „Vertrauensmann der Reichsvereinigung der Juden für Köln“ eingesetzt und war somit einer der letzten offiziellen Repräsentanten der Kölner jüdischen Gemeinde.

Da er mit einer nicht jüdischen Frau in „Mischehe“ verheiratet gewesen war, blieb Hans Feldheim ebenso wie seine Tochter Anneliese zunächst von der Deportation verschont. Als beiden dann im Zuge der „Grohé-Aktion“ im September 1944 dann Internierung und Deportation drohten, tauchten sie bei hilfreichen Bekannten unter. Als man ihre Helfer dann aber mit Denunziation bedrohte, verließen Hans und Anneliese Feldheim ihren Unterschlupf und nahmen sich am 28. September 1944 in einem Kölner Park mit einer Überdosis Veronal das Leben. Wo sie begraben sind, ist unbekannt. Helga Feldheim hingegen überlebte Verfolgung und Krieg untergetaucht in Amsterdam. [1]

Fußnoten

[1] Darstellung nach Becker-Jákli, jüdisches Köln, S. 170f.

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