Die Phasen der Deportationen
Nachdem die Gaskammern Mitte April 1942 erstmals getestet worden waren, ab Mai die erste Phase des Massenmordes, die drei Monate andauern sollte. In dieser Zeit wurden bis zu 100.000 Menschen vor allem aus dem Distrikt Lublin, aber auch aus der Slowakei, Deutschland, Tschechien und Österreich nach Sobibor deportiert und dort umgehend ermordet, wobei Gewaltanwendung und Sadismus seitens des SS-Personals und der Trawniki-Männer allgegenwärtig waren.
Nachdem während einer durch Gleisbauarbeiten verursachten Pause im Lager verschiedene Bau- und Erweiterungsarbeiten - unter anderem die Verdopplung der Gaskammerkapazitäten - durchgeführt worden waren, begann ab Oktober 1942 die zweite Mordphase erneut mit Deportationen aus dem Distrikt Lublin. Nachdem die Leichen bis dahin in Massengräbern verscharrt worden waren, begann die die SS in Sobibor Ende 1942 mit der Verbrennung der Leichen.
Ab März 1943 erreichten dann wieder regelmäßig Transporte das Lager. Als bis zum Frühsommer 1943 die Deportationen aus dem Generalgouvernement dann so gut wie abgeschlossen waren, erreichten dann auch Deportationen von außerhalb des Generalgouvernements Sobibor - die meisten davon aus Westerbork in den Niederlanden und Drancy in Frankreich. Für den September 1943 sind noch einzelne Transporte aus Lida, Wilna und Minsk nachweisbar.