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Das Personal

Die Täter

Das Lager wurde von einem aus etwa 20 bis 30 Personen bestehenden SS-Kommando betrieben, die gemeinsam mit Kommandant Franz Standl Ende April 1942 nach Sobibor kamen. Wie auch das Personal in Belzec waren sie nahezu alle zuvor bereits im Rahmen der „Aktion T4“ am organisierten Massenmord von Kranken und Behinderten beteiligt gewesen. Der SS unterstanden im Lager Sobibor 100 bis 150 Trawniki-Männer, deren Unterkünfte hinter denen der SS-Mannschaft im „Vorlager“ standen.

Bereits im August 1942 wurde Lagerkommandant Stangl nach Treblinka versetzt. Sein Nachfolger wurde SS-Obersturmführer Franz Reichleitner, der ebenfalls bereits über Morderfahrungen aus dem Euthanasie-Programm verfügte.

Die Opfer

Anders als in Belzec wurden im Vernichtungslager Sobibor auch Jüdinnen und Juden selbst im größeren Umfang als Arbeitskräfte im Lager eingesetzt. Sie wurden zur Durchführung aller körperlich anstrengenden Arbeiten im Zusammenhang mit dem Massenmord und der Verwertung des geraubten Besitzes aus den eintreffenden Transporten selektiert. Nachdem man sie anfangs noch am Ende jeden Tages oder unmittelbar nach Erledigung der Arbeiten ermordet hatte, erkannten die SS-Verantwortlichen, dass das permanente Unterbrechungen und Verzögerungen im Ablauf des Mordprozesses zur Folge hatte, da so keine erfahrenen, gut eingearbeiteten Kommandos entstehen konnten. Daher wurde in Sobibor - wie auch in den beiden anderen Vernichtungslagern der „Aktion Reinhard“ - eine ständige Lagermannschaft aus jüdischen Gefangenen gebildet. Als erster führte Franz Stangl diese Neuerung Mitte Mai 1942 in Sobibor ein.

Etwa 1 000 Häftlinge wurden für verschiedene Aufgaben aus den ankommenden Transporten ausgewählt. Einige von ihnen arbeiteten in Werkstätten oder als Diener für das SS-Personal, andere mussten die Waggons reinigen oder neue Häftlinge ihrer Kleider entledigen. Allein 200 bis 300 Häftlinge wurden gezwungen, die Leichen der Ermordeten aus den Gaskammern zu holen, um sie anschließend zu verbrennen oder zu verscharren. Zudem gab es eine spezielle Gruppe, deren Aufgabe darin bestand, die Körperöffnungen der Toten nach versteckten Wertsachen zu untersuchen und etwaige Goldzähne herauszubrechen. In all diesen Arbeitsgruppen fanden fast täglich Selektionen statt, in deren Anschluss die Schwachen oder Kranken in den Gaskammern ermordet und durch stärkere Häftlinge aus dem nächsten ankommenden Transport ersetzt wurden.

Nachdem zuvor erkrankte Gefangene sofort ermordet worden waren , wurde im Februar 1943 in „Lager I“ eine Krankenstation eingerichtet. Die Zahl der Erkrankten hatte nämlich ein derartiges Ausmaß angenommen, dass diese Praxis zu Einschränkungen im Ablauf des Vernichtungsprogramms führte. Künftig gestand die SS den Kranken drei Tage Bettruhe zu, die allerdings nur in seltenen Fällen zur Genesung ausreichten.

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