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Der Lagerkomplex

Im Vergleich zu Belzec war das Lager Sobibor von Beginn an bedeutend größer angelegt, wobei das zunächst auf rund sechs Hektar angelegte Lagergelände im Laufe der Zeit noch weiter auf etwa 60 Hektar vergrößert wurde. Anders als in Belzec war in Sobibor auch die komplette SS-Mannschaft - in einem Bereich, der „Vorlager“ genannt wurde - innerhalb des Lagers untergebracht.

Das Gesamtlager selbst war in drei Bereiche unterteilt: den Verwaltungsbereich, den Ankunftsbereich und den Vernichtungsbereich, wobei die SS im Rahmen dieser grundsätzlichen Struktur zwischen fünf einzelnen, jeweils durch Stacheldraht deutlich voneinander getrennte Zonen unterschied, die sie ihrerseits als „Vorlager“ sowie die Lager I bis IV bezeichnete.

Der „Verwaltungsbereich“ bestand aus dem „Vorlager“ mit Eingangstor, Bahnrampe, Kommandantenvilla, Unterkünften und Versorgungseinrichtungen der SS sowie den Baracken der Trawniki-Männer und dem „Lager I“. Hier befanden sich drei Unterkunftsbaracken für jüdische Gefangene, eine Küche und der Appellplatz sowie Werkstätten für Maler, Schneider, Sattler, Schreiner, Schmiede und Schuster.

„Lager II“ stellte den Ankunftsbereich dar. Hier standen die Lagerhallen für den geraubten Besitz, der nach Kleidung, Nahrungsmitteln und Wertsachen sortiert wurde. An der nordöstlichen Ecke war der überdachte große „Entkleidungsplatz“ platziert von dem aus ein 150 Meter langer und drei bis vier Meter breiter Weg ins „Lager III“, den eigentlichen „Vernichtungsbereich“ von Sobibor führte. Dieser mit Stacheldraht eingezäunte und aus Gründen des Sichtschutzes mit Zweigen ergänzte Gang hieß im Lagerjargon „Schlauch“ oder „Himmelfahrtsstraße“. An diesem Gang wurden im Spätsommer 1942 drei miteinander verbundenen Baracken errichtet, in denen sich die während der zweiten Mordphase ab Oktober 1942 die Frauen entkleiden mussten.

„Lager III“ am anderen Ende des „Schlauchs“ umfasste neben den drei Gaskammern mit Motorenhaus und dem Leichenverbrennungsplatz noch Unterkünfte für jüdische „Arbeitshäftlinge“. Jede der Gaskammern war etwa 16 m2 groß und bot Platz für 160 bis 180 Menschen. Ende Juli 1942 wurde die Zahl der Gaskammern auf sechs, die Kapazität der dadurch möglichen Morde auf 1.200 erhöht.

„Lager IV“ schließlich sollte erst ab Juli 1943 errichtet und zu einem größtenteils unterirdisch angelegten Bereich für Beutemunition werden, die es hier sortiert und gereinigt werden sollte. Dieses Vorhaben wurde aber bereits Ende des Monats wieder aufgegeben.

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