Auflösung und Ende
Den nur notdürftig verschlossenen Massengräbern entwichen Flüssigkeiten und Gase, so dass der Gestank bald auch weit entfernt wahrnehmbar wurde. Daraufhin wurde im Sommer 1942 seitens der deutschen Lagerleitung damit begonnen, die Leichen in den Gruben zu verbrennen, indem Benzin auf die oberste Leichenschicht gegossen und diese angezündet wurde. Erst anschließend wurden diese Massengräber mit Erde bedeckt.
Eine systematische Exhumierung und Verbrennung der Leichen erfolgte dann ab November 1942. Hierzu wurden aus Eisenbahnschienen und Backsteinen zwei riesige Scheiterhaufen errichtet, auf dem die exhumierten Leichen im Wechsel mit Holz aufgeschichtet, mit Öl übergossen und angezündet wurden. Beide Scheiterhaufen waren bis Ende März 1943 Tag und Nacht in Betrieb, wobei ihre Flammen selbst in 20 Kilometer Entfernung noch zu sehen waren. Zum Zerkleinern der nicht verbrannten Knochen schafften die SS-Männer wohl eine große Knochenmühle aus Lemberg heran. Die Asche wurde die die geöffneten Gruben geschüttet, die anschließend mit Erde zugefüllt und eingeebnet wurden.
Zwischen März und Juni 1943 trugen schließlich einige Hundert jüdische Häftlinge zusammen mit Trawniki-Männern das Lager komplett ab, zerstörten die Gaskammern und rissen die Umzäunung und die Wachtürme ab. Die Baracken wurden zerlegt und vermutlich im KZ Lublin-Majdanek weiterverwandt. Nachdem das Gelände planiert worden war, pflanzten die Deutschen dort junge Nadelbäume an. Gleis und Rampe, Lokschuppen sowie die Wohn-und Verwaltungsgebäude samt Kommandantur blieben hingegen bestehen.
Am 26. Juni 1943 wurden die letzten jüdischen Häftlinge nach Erledigung ihres Auftrags mit einem Güterzug nach Sobibor gebracht und dort ermordet.