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Belvederestraße: Deportationslager Fort V in Köln-Müngersdorf

Das Deportationslager in Köln-Müngersdorf wurde 1941 im ehemaligen Fort V des äußeren Kölner Festungsrings und einem in unmittelbarer Umgebung liegenden Barackenlager eingerichtet.[1]

Seit 1879 hatte das 1874 erbaute Fort zunächst als Festungsgefängnis gedient, bis es aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages 1921/22 bis auf die Kehlkaserne abgerissen werden musste. Erhalten blieb lediglich der im Fachterminus als Kehlkaserne bezeichnete Bau im rückwärtigen Teil des Forts. Nachdem Gebäude und Gelände zunächst als Erholungsstätte mit „Volkswiese“ genutzt werden sollten, sahen um 1930 entstandene Pläne eine Nutzung als „grünes Fort“ mit Sportanlage vor.

Es sollte bald jedoch gänzlich anders kommen. Als die Kölner Gestapo im Sommer 1941 in enger Zusammenarbeit mit städtischen Behörden damit begann, die Errichtung eines Sammellagers für die noch in Köln und Umgebung lebenden jüdischen Bürgerinnen und Bürger zu planen, stieß man auf diesen Ort. Dessen abgelegene Lage an der Westgrenze des Stadtgebiets war in den Augen der Verantwortlichen nicht zuletzt deshalb gut geeignet, weil die jüdische Restbevölkerung Kölns so noch deutlicher aus der Stadtgesellschaft verdrängt wurde. Zugleich erleichterte die räumliche Konzentration den Verfolgungsbehörden den Zugriff.

Da die Kapazitäten der verbliebenen Kehlkaserne jedoch niemals für die zu diesem Zeitpunkt noch etwa 5.500 Kölner Jüdinnen und Juden sowie jene mehrere Hundert aus den umliegenden Gemeinden ausgereicht hätten, sollte die Anlage um ein neu zu errichtendes Barackenlager nördlich des alten Forts erweitert werden.

Nachdem im August 1941 auch die Synagogengemeinde über die beabsichtigte Zusammenlegung der Jüdinnen und Juden informiert worden war, folgte ein längerer Planungs- und Bauprozess. Aufgrund des mehr als 20-jährigen Leerstands befand sich das ehemalige Kasernengebäude nämlich in einem erbärmlichen Zustand, und auch hinsichtlich des neu zu erbauenden Barackenlagers häuften sich Fragen und Probleme.

Es dauerte bis Mitte Januar 1942, bis der „Umzug“ eines Großteils der sich noch in Köln aufhaltenden jüdischen Restbevölkerung angeordnet wurde. Bis zum Kriegsende sollten anschließend rund 3.500 als jüdisch verfolgte Personen aus Köln und Umgebung bis zu ihrer Deportation hier interniert werden. Der Müngersdorfer Lagerkomplex spielte somit eine zentrale Rolle im lokalen Verfolgungs- und Vernichtungsapparat des NS-Regimes und war Ausgangspunkt der Shoah in Köln.

Um 1962 wurden die letzten Überreste des Forts endgültig abgerissen, so dass nur noch für das Umland ungewöhnliche Höhen und Tiefen der Geländemodellierung sowie eine Lichtung im Gehölzbestand auf das ehemalige Fort hinwiesen. Im März 2020 wurde ein von dem Kölner Bildhauer Simon Ungers entworfene Skulptur als Mahnmal eingeweiht.

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