Der Diözesanpräses der DPSG, Clemens, nimmt am 20. März 1934 in einem Schreiben an das Kölner Generalvikariat Stellung zur Situation in der DPSG nach dem am 7. Februar und am 7. März von den Regierungspräsidenten in Düsseldorf bzw. Köln verfügten Verbot zum Tragen einer Kluft. Im Mittelpunkt steht dabei die Reaktion des Reichsfeldmeisters der DPSG, Walter Casott. Clemens schreibt:
„Der Feldmeister der Pfadfinder der Diözese Köln, der 21 jährige Walter Casott, hat am 11. Februar ohne mein Wissen einen Jahresplan an die Pfadfinderführer geschickt und darin in frischer Jungenart, die nach dem uns angetanen Unrecht allzu begreiflich ist, die ihm unterstehenden Jungen zur Treue ermuntert. An sich sind die Sätze absolut nicht zu beanstanden. Aber zum Mut muss sich auch immer die Klugheit gesellen. Die fehlte in diesem Falle.
Die Düsseldorfer Polizei hat alle Einladungen beschlagnahmt, hat darauf den ‚Täter' in großes Verhör genommen. Er musste ein 2. Mal zum Verhör zum Düsseldorfer Polizeipräsidium. Man erbat ‚eine Aufklärung der missverständlichen Sätze' und erhielt sie. Damit schien die Sache erledigt.
Ich habe als Diözesanpräses dem Jungführer eine kräftige Verwarnung gegeben. Es ist heute nicht mehr Feldmeister der Diözese.
Zum Inhalt selbst: Es war in dem Jahresplan angekündigt: Schulungstage, ein Treffen am St. Georgstag in Köln (und zwar eine rein kirchliche Veranstaltung, womöglich im Dom), also Führerveranstaltungen und eine kirchliche Veranstaltung.
Ferner sollte ein Geländespiel stattfinden. Das ist etwas anderes als der an mehreren Stellen der Diözese verbotene Geländesport. Geländespiele sind jungengemäße Waldspiele (Indianer- und Kriegsspiele), nicht aber geländesportliche Übungen, die in mehreren Bezirken der H.J. vorbehalten sind.
Also auch nach dieser Richtung war die Berufung auf dieses Rundschreiben recht schwach. Man sucht jetzt auf Drängen der H.J. irgendwelche Scheingründe für ein verschärftes Vorgehen, weil wirkliche Gründe nicht vorhanden sind. Man sollte endlich einmal der Geheimen Staatspolizei klar und energisch sagen, dass sie mit unserer deutschen Jugend ein unwürdiges Spiel treibe und durch solche Schikane im Herzen junger Menschen jedwede Achtung vor dem Staat und seinen Organen zerschlage. Die Polizei macht sich selbst lächerlich und erschwert den Jugendführern immer mehr die Aufgabe, die Jugend zur Ehrfurcht vor Staat und Staatsmacht zu erziehen."
Das Rundschreiben Casotts vom 10. Februar 1934 ist dem Schreiben von Clemens als Anlage angefügt. Hierin heißt es unter anderem: „Unsere Führerschaft soll in diesem Jahr besonders stark zusammen wachsen. Sie soll ein Garant der Bewegung werden. Sie wird auch dafür sorgen, dass alle Pläne zur Wirklichkeit werden. Alles was der Jahresplan bringt wird durchgeführt, gleich wie!! Mit oder ohne Tracht. Erlaubt oder verboten. Wenn unsere Lager zu Exerzitienlager werden oder zu den notwendigen religiösen Tagungen, so steht eines fest, wir kommen zusammen. So oder so. Wir werden ewig eine Gemeinschaft bleiben, die man weder trennen noch verbieten kann."
Zudem werden die DPSG-Mitglieder dazu aufgefordert, überall, wo man öffentlich in Erscheinung trete, „dem Namen der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg Ehre zu erweisen". „Disziplin - Opferbereitschaft - Gehorsam - Zuverlässigkeit - Treu und Allzeitbereitschaft, sind naturnotwendige Eigenschaften des Georgspfadfinders."
Für die DPSG-Gaue im Einzugsbereich der Diözese Köln werden genannt:
1/1 Gau Wuppertal Gfm Hugo Gamm
1/2 Gau Düsseldorf Gfm Franz Klees
1/3 Gau Essen Gfm Theo Vollmering
1/4 Bezirk Köln Lrh Bfm Peter Leinen
1/5 Bezirk Köln Rrh Bfm Willi Ommer
1/6 Bezirk Niederberg Bfm Paul Hanten
1/7 Gau Solingen Gfm Alfred Heuffer
1/8 Gau Bonn Gfm Harald Fortmann
1/9 dem Land unterstellt folgende Stämme Oberhausen, Duisburg-Huckingen, Mülheim-Ruhr, Dormagen, Liblar, Horrem.