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Konzentrationslager (KZ)

Gewalttätige Verfolgung und Ausschaltung von Andersdenkenden gab es in der NS-Zeit von Anfang an. Zum Vollzug entstanden vielerorts Folterstätten in Kellern, Kasernen und Stammlokalen von SA und SS. Solche Orte des Verbrechens und „wilden Lager" bildeten Vorstufen der Konzentrationslager, in denen politische Gegner und rassisch Verfemte in „Schutzhaft" genommen wurden. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine äußerst brutale, unmenschliche Behandlung und schier grenzenlose Ausbeutung der Inhaftierten.

Das System der Konzentrationslager in Europa umfasste in der Zeit zwischen 1936 und 1945 insgesamt 24 Hauptlager und über 1.000 Außenlager. Gerade bei den frühen Konzentrationslagern, aber auch bei den im Zweiten Weltkrieg in den besetzten Gebieten errichteten bzw. übernommenen Lagern sind die Grenzen und Übergänge zwischen Konzentrationslagern und anderen Haftstätten zum Teil schwer zu bestimmen. Dies deckt sich mit der zeitgenössischen Perspektive: Unterschiedliche Haft- und Terrorstätten im Zeitraum zwischen 1933 und 1945 wurden als Konzentrationslager wahrgenommen, die formell keine waren. Außerdem sind die „frühen“ Konzentrationslager der Zeit zwischen 1933 und 1934 in ihrer Funktion stark zu unterscheiden von den „späteren“ Konzentrationslagern ab 1936 und insbesondere von den erst im Krieg errichteten Konzentrations- und Vernichtungslagern wie Auschwitz-Birkenau. Während des Weltkrieges wurde das KZ-System nochmals deutlich ausgebaut. 

Anfangs wurden Menschen in Konzentrationslagern vereinzelt, später systematisch im großen Stil ermordet oder durch Arbeit oder medizinische Versuche zu Tode gequält. In aller Regel stellte die SS Personal und Wachmannschaften. Sie führte die „Vernichtung durch Arbeit" im Auftrag organisationseigener Unternehmen durch und schickte Häftlinge als Arbeitssklaven in die Rüstungswirtschaft oder Betriebe anderer großer Konzerne aus dem Reichsgebiet.

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