Pessach
Pessach (auch Passa, Passah oder Pascha genannt) zählt zu den wichtigsten jüdischen Feiertagen. Das Fest erinnert an den Auszug aus Ägypten und damit an die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei. Es ist ein Familienfest mit verschiedenen Riten, das mit dem Sederabend beginnt und während dessen einwöchiger Dauer Matzen verzehrt werden. Daher wird es auch als „Fest der ungesäuerten Brote“ bezeichnet und findet im Frühjahr, zumeist im April statt.
Der biblische Hintergrund des Festes ist folgender: Als sich die Ägypter weigerten, die Israeliten aus ihrer Gefangenschaft ziehen zu lassen, drohte Gott ihnen die Tötung der Erstgeborenen an. Die israelitischen Familien wies er - damit sie verschont würden - an, abends ein Schaf oder eine Ziege zu schlachten und anschließend mit dessen Blut die Türpfosten ihrer Häuser zu bestreichen. An den so markierten Häusern ging der Todesengel in derselben Nacht vorüber (pāsaḥ), während die Strafaktion gegen die Ägypter vollstreckt wurde. Danach forderte der Pharao die Israeliten zum Verlassen des Landes auf, worauf sie durch Gottes Anweisungen vorbereitet waren.
Das Pessach beginnt mit einem Abendgottesdienst in der Synagoge, dem das große Festmahl im Familienkreis, der „Seder“, folgt. Es handelt sich um ein ausgesprochenes Familienfest, mit dem man sich in die Ursprungstraditionen des jüdischen Volkes stellt. Jeder soll sich fühlen, als wäre er selbst aus Ägypten ausgezogen und würde nun seinen Kindern davon erzählen. So sollen Identität und Zusammenhalt des Judentums selbst in Zeiten von Zerstreuung und Verfolgung bewahrt bleiben.