Rosch HaSchana
Rosch ha-Schana ist das jüdische Neujahrsfest. Es markiert nach mündlicher Überlieferung den Tag, an dem die Erschaffung der Welt abgeschlossen war; übersetzt bedeuten die Worte „Kopf des Jahres“. Zudem gilt er als Jahrestag der Erschaffung Adams.
Er wird zwischen Anfang September und Anfang Oktober begangen, jeweils am Tagesende nach dem 29. Tag des jüdischen Monats Elul. Das genaue Datum im gregorianischen Kalender wechselt von Jahr zu Jahr, weil der jüdische Kalender mit zwölf Mondmonaten von 29 bis 30 Tagen rechnet. Der Tag beginnt traditionell mit dem Blasen des Schofarhorns.
Der Feiertag ist für Jüdinnen und Juden mit der Forderung verknüpft, Bilanz zu ziehen und über das moralische und religiöse Verhalten im abgelaufenen Jahr nachzudenken sowie durch Gebete um die Vergebung der Sünden und eine gute Zukunft zu bitten. Nach einem Gebet zur Vergebung von Sünden wird gemäß dem Taschlich-Brauch symbolisch Steine oder Brotkrumen ins Wasser geworfen, um so das Abstreifen aller Schuld zu symbolisieren.
An Rosch ha-Schana werden besondere Speisesitten gepflegt. Der Verzehr von Honigkuchen, Zimmes, Weintrauben, süßem Wein und in Honig getauchten Apfelscheiben sollen die Hoffnung auf ein gutes, süßes Jahr ausdrücken. Die Synagogen werden zu Rosch ha-Schana ebenso wie der Vorbeter überwiegend in Weiß gehalten, um so Reinheit zu symbolisieren.
Das Fest dauert zwei Tage, wobei das reformierte Judentum generell nur den ersten Tag feiert. Der gilt keineswegs als Trauertag, sondern als Fest, an dem sich die Juden wegen des großen Erbarmen Gottes freuen sollen. Zugleich beginnen an Rosch ha-Schana die zehn „ehrfurchtsvollen Tage“ (Jamim Noraim), die mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur enden.