Lagebericht des Bonner Oberbürgermeisters
Am 28. März 1934 berichtet die politische Kriminalabteilung Bonn in ihrem Lagebericht zur Verfügung des Regierungspräsidenten über die Stimmung unter den „früheren Zentrumsanhängern“: „Seit der Konkordatsunterzeichnung zufriedenstellend, jedoch besteht zwischen den konfessionellen Jugendverbänden und der HJ ein gespanntes Verhältnis, welches des Öfteren zu Auseinandersetzungen und Reibereien geführt hat. Seit dem Verbot – 19.3.34 – ist in der Öffentlichkeit Ruhe eingetreten.“
Der Bonner Oberbürgermeister berichtet auf dieser Grundlage am 29. März 1934 an den Kölner Regierungspräsidenten: „Die Reibereien zwischen den kath. Jugendverbänden und der Hitler-Jugend haben seit der Zeit des Erlasses der Staatspolizeistelle über das Verbot des öffentlichen Auftretens von Angehörigen konfessioneller Jugendverbände und Jugendvereine aufgehört. Die früheren überzeugten Zentrumsanhänger und die katholische Geistlichkeit stehen dem Nationalsozialismus z.Zt. abweisend gegenüber. Dies dürfte zur Hauptsache auf die bekanntgegebenen Hirtenbriefe und auf das Wühlen der Geistlichkeit zurückzuführen sein.“