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Ereignisse
1934
März

Lagebericht des Bonner Oberbürgermeisters

Der Bonner Oberbürgermeister schreibt am 1. März 1934 in seinem Lagebericht an den Kölner Regierungspräsidenten: „Bei den früheren Zentrumsanhängern und bei der kath. Geistlichkeit hat sich die Stimmung seit meinem letzten Berichte infolge der Reibereien zwischen der Hitler-Jugend und den kath. Jugendverbänden verschlechtert. Bei den Ausfällen der Jugendverbände handelt es sich hauptsächlich um Reibereien zwischen Jugendlichen, jedoch musste damit gerechnet werden, dass einige dieser Handlungen zur gerichtlichen Verurteilung führen könnten.“

In einem weiteren Bericht vom 1. März 1934 heißt es noch ausführlicher: „Bei den früheren Zentrumsanhängern und bei der kath. Geistlichkeit hat sich die Stimmung seit meinem letzten Berichte infolge der mehrfachen Reibereien zwischen der Hitler-Jugend und den Angehörigen kath. Jugendverbände weiter verschlechtert. Es haben indes wiederholt Verhandlungen zwischen amtlichen und parteiamtlichen Stellen einerseits und der Führung der Hitlerjugend und der kath. Jugend andererseits stattgefunden mit dem Ziele, bis zur endgültigen Regelung der Betätigungsmöglichkeit der kath. Jugendverbände einen Burgfrieden herzustellen, der allen Beteiligten erwünscht ist. Es steht zu erwarten, dass daraufhin im Stadtkreise Bonn eine Beruhigung der jugendlichen Gemüter und damit eine Befriedung der Öffentlichkeit eintritt.

Die Eingliederung des evangl. Jugendwerkes in die Hitlerjugend hat bezw. wird nach Abschluss der dahingehenden Verhandlungen keine Hemmungen im Stadtkreis Bonn erfahren. In evangelischen Bürgerkreisen wird der Eingliederung durchaus verständnisvoll zugestimmt.“

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