Menü
Ereignisse
1934
Mai

Paderborner Bannführer zeigt Priester an

Der Führer des Bannes 281 Paderborn-Höxter, Tefehne, stellt am 28. Mai 1934 Anzeige gegen Studienassessor Wetzel. Er wirft dem Priester vor, im Mai 1934 ein Zeltlager des ND mit ca. 150 Teilnehmern geleitet zu haben, auf dem Stücke der verbotenen Uniform, darunter ehemalige Pfadfinderhüte und Abzeichen getragen worden seien. Zudem habe das Lager „mit den Aufgaben, die den konfessionellen Verbänden vorgeschrieben sind“, nicht das Geringste zu tun gehabt und sei statt dessen eine „rein wehrsportliche und Körper ertüchtigende Angelegenheit“ gewesen.

In der Anzeige heißt es weiter über Wetzel, es sei „von diesem Herrn eine unverschämte und direkt feindliche Haltung der Regierung gegenüber, wenn er die Anordnungen des Staates, von welchem er sein Gehalt als Assessor des hiesigen Gymnasiums bezieht, umgeht und missachtet“. Nach seinen Handlungen sei er wohl „einer der Zentrumsherren, die uns früher offen bekämpft haben und es heute im Geheimen immer noch tun“. Man bitte, „gegen den Mann endlich etwas zu unternehmen, damit er seine feindliche Haltung den NS-Jugendverbänden gegenüber nicht noch weiter betonen darf“.

Wetzel habe ihm gegenüber „Vorhaltungen wegen meiner angeblichen Übergriffe den katholischen Jugendverbänden gegenüber“ gemacht. „Ich glaube aber, die Übergriffe liegen bei ihm denn seine Gruppe war es auch, die vor einiger Zeit geschlossen z.T. in Uniform marschierte und deren Fahnen ich beschlagnahmte. Damals der verbotene Marsch, heute das verbotene Zeltlager, ich glaube diese Tatsachen sprechen genug.“

Baum wird geladen...