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Ereignisse
1934
Mai

HJ leiht sich unerlaubt Mobiliar von ND

Für ein Lager der Paderborner HJ zu Pfingsten 1934 leiht der Paderborner ND einem der Teilnehmer, einem ehemaligen ND-Mitglied, der im HJ-Lager als Koch tätig sein soll, einige Küchengeräte sowie einige von ND-Mitgliedern selbstgebastelte Telefonapparate. Als der Junge am Pfingstsamstag die Sachen im Landheim des Erzbischöflichen Knabenseminars abholt, bemerkt er, dass sie auch einige der dort befindlichen Tische gebrauchen könnten. Da die Tische Eigentum des Erzbischöflichen Knabenseminars sind, wird ihm dies jedoch von Studienassessor Wetzel verwehrt.

Dies hindert die HJ jedoch nicht daran, am Pfingstsonntag mit 50 Mann im Landheim zu erscheinen, und die Tische einfach mitzunehmen. Man habe ihnen die Tische „aus nichtigen Gründen verweigert“, nun nähmen sie sich, was sie „auf gütlichem Wege“ nicht erlangt hätten. Den Hinweis, die Tische seien Privateigentum, quittieren sie mit der Antwort, dass es für sie kein Privateigentum mehr gebe; den Vorwurf des Hausfriedensbruchs mit der Antwort, sie handelten „nach dem Recht des Stärkeren“. Zwei HJ-Führer, die gebeten werden, in der Angelegenheit zu warten und mit Studienassessor Wetzel, der noch von einem Gottesdienst zurückkommen musste, zu sprechen, erwidern, Wetzel solle ins HJ-Lager kommen, wenn er etwas wolle.

Wetzel fordert die Lagerleitung daraufhin schriftlich um Rückgabe der Tische auf und droht damit, andernfalls dem Erzbischöflichen Generalvikariat als Eigentümer zu berichten und Anzeige zu erstatten.

Daraufhin werden die Tische gegen Mittag zurückgebracht – offenbar auf Befehl eines Herrn Feldmann, der vorher wohl nicht im Lager war (die Aktion wurde vermutlich von einem Herrn Tenge inszeniert).

Wetzel berichtet die Angelegenheit am 28. Mai 1934 dem Landrat von Paderborn mit der Bitte, dass sich ein solches „befremdliches Verhalten der HJ“ in Zukunft nicht mehr wiederhole.

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