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Ereignisse
1943
Dezember

Der Sicherheitsdienst der SS berichtet

„Einsatz der HJ während der letzten Terrorangriffe (s. Lagebericht vom 16.8.1943)

1. Allgemeine Anerkennung:

Die Meldungen aus den einzelnen Terrorgebieten besagen immer wieder, dass der Einsatz der HJ wegen seiner Erfolge und nicht zuletzt wegen der besonderen Einsatzfreudigkeit der Mädel und Jungen uneingeschränkte Anerkennung gefunden hat.

Wie bereits in Hamburg und anderen früher betroffenen Städten, so wird auch aus den Bereichen Kassel, Frankfurt/M., Hannover und Braunschweig, Berlin und Leipzig berichtet, dass sich die Jugend teils im freiwilligen und teils im ungeordneten Einsatz glänzend bewährt habe.

Anerkennung wurde der HJ auch von solchen Volksgenossen gezollt, die der Jugendarbeit bisher recht skeptisch gegenüberstanden. Sie stellten fest, dass der Eifer der Jugendlichen außerordentlich groß gewesen sei. Hieraus sei zu folgern, dass der Geist der heutigen Jugend doch nicht so schlecht sein könne, wie man bisher oft angenommen habe (Frankfurt/M.)

Aus Kassel wird berichtet, dass sich besonders die Evakuierten lobend und anerkennend über die Jugendlichen ausgesprochen haben.

2. Organisation und Einsatz:

Aufgrund früherer Erfahrungen hätten die betreffenden HJ-Gebietsführungen in weitestgehendem Maße organisatorische Maßnahmen getroffen, die den späteren planvollen Einsatz der Jugendlichen gewährleisteten.

Zum Einsatz kamen die Jahrgänge 1926 bis 29 einzeln und in geschlossenen Gruppen, wobei besonders hervorzuheben ist, dass die Jugendlichen aus eigenen Entschlüssen tatkräftig zupackten. Die Jungen würden meistens in Lösch-, Bergungs- und Meldetrupps eingesetzt, oder waren zu Schnellkommandos zusammengestellt worden. Die Mädel dagegen fänden Verwendung im Gesundheitsdienst, in der Familienbetreuung, im Bahnhofsdienst und in den Hilfsstellen der NSV und in den Sammelstellen.

Ein großer Teil der Jungen fand außerdem Verwendung bei der Einrichtung der Notunterkünfte.

Geschlossene Gruppen der WEL und sonstiger Einrichtungen der HJ, wie fliegertechnische Vorschulen (besonders in Kassel) hätten sich durch ihren Eifer und Einsatzwillen besonders ausgezeichnet. Da die Jungen während des Einsatzes vielfach ihre Uniform trugen, sind von der Bevölkerung in allen Einsatzgebieten viele positive Äußerungen laut geworden.

«Im Rahmen der Hausluftschutztrupps und bei den Bergungsarbeiten haben sich eine ganze Reihe HJ-Jungen und BDM-Mädel bestens bewährt. Sie wären in kleinen Trupps, meistens aber als Einzelgänger im Einsatz. Einzelleistungen und die Tatkraft sind besonders hervorzuheben.» (Braunschweig).

3. Die Dauer der Einsätze war unterschiedlich, betrug aber nur in Ausnahmefällen 8 Tage (Kassel u. a.).

4. Keine Verwahrlosungserscheinungen:

Während vielfach in den Bevölkerungskreisen die Ansicht vertreten wurde, die Jugend sei verwahrlost, hat sich bei den Terrorangriffen gezeigt, dass der größte Teil doch einen gesunden Kern hätte und in der Lage ist, sich im Katastrophenfall kämpferisch einzusetzen. Es liegen erfreulicherweise aus den Terrorgebieten keinerlei auffallende Meldungen über Verwahrlosungserscheinungen vor.

5. Überbeanspruchung beim Einsatz:

Häufig wurde, vor allem von Eltern, festgestellt, die Eltern befürchteten Schäden sowohl in körperlicher als auch in seelischer Beziehung für ihre Kinder, dass der Einsatz an einigen Stellen zu lange gedauert und die Kräfte der Jugendlichen überbeansprucht habe. Die HJ-Führungen und Einsatzstäbe haben dies jedoch oft rechtzeitig abgestellt. Demgegenüber ist bemerkenswert, dass Meldungen über eingetretene Schäden bei Jugendlichen aus keinem Terrorgebiet vorliegen.“

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