"Volkstümlicher Abend" der HJ in Köln-Kalk
Vermutlich im Dezember 1934 findet ein „Volkstümlicher Abend“ der HJ aus Köln-Kalk statt, der mit Fahneneinmarsch, Trommelwirbel und Liedern wie „Weit lasst die Fahnen wehen“ und „Hört ihr es grollen auf Straßen und Gassen“ gestaltet wird. Unterbannführer Kurt Beckmann hält im „überfüllten Saal“ die Begrüßungsrede an die HJ und andere Organisationen.
Ein Sprechchor bildet das „Kernstück“ des ersten Teils des Abends. Er wird von Unterbannschulungsleiter Willi Schulte mit den Worten beendet: „Wir sind ein Volk von Arbeitern, Bauern und Soldaten, wir gehen ans Werk, wir greifen an“.
Anschließend erinnert Gebietsführer Wallwey an eine Zeit, „in der im rechtsrheinischen Köln noch nicht der Nationalsozialismus Fuß gefasst“ hatte. Am 30. Januar 1933 habe es im Gau Köln-Aachen 350 HJ-Mitglieder gegeben, zwei Jahre später jedoch bereits 170.000. Die HJ, die als „junge Garde der NSDAP“ marschiere, sei „nicht mehr aus der Richtung zu bringen“. Er betont, dass sich der Charakter der HJ nicht geändert habe: „Und wenn dann so viele meinten, die HJ sei ruhiger geworden, die HJ werde jetzt nicht mehr gegen ihre Feinde kämpfen, dann seien sie im Irrtum: ‚Wir sind genauso, wie in vergangen Jahren.‘“ Von Elternhaus, Schule und HJ fordert er, Anstrengungen zu unternehmen, um „die deutsche Seele“ zu wecken.
In einem Lichtbildvortrag werden Bilder von Lagern, Fahrten und zurückliegenden Aktionen wie dem Reichsjugendtag in Potsdam am 2. Oktober 1932 gezeigt.
Am Ende der Veranstaltung wird das Fahnenlied der HJ gesungen.