Niederbergs Jugend im Kriegseinsatz
Die „Rheinische Landeszeitung“ berichtet:
„Jugend von heute - Führer von morgen
Nur ein Ziel: der deutsche Sieg. Der Totale Krieg erfordert den restlosen Einsatz aller im deutschen Volke vorhandenen Kräfte Diese Forderung hat im deutschen Volke Verständnis gefunden und die Einsatzbereitschaft ausgelöst, die die Erfordernisse des Krieges von uns erheischen. Aber nicht nur die Erwachsenen haben sich in Arbeit und Haltung auf den Krieg und den deutschen Sieg eingestellt, es ist vor allem auch unsere Jugend, die mit der ihr eigenen Begeisterung bei der Sache ist.
Es ist immer so gewesen: die Jugend ist begeisterungsfähig für alles, was mit Heldentum und Kampf zusammenhängt. Und die nationalsozialistische deutsche Jugend erst recht! Die Jungen und Mädel, die von ihrem Kindheitsalter an bereits durch die Schule der nationalsozialistischen Jugendformationen gegangen sind, die systematisch erzogen wurden in der Bejahung all dessen, was Deutschtum, Mannestum und Hingabe zum Volke bedeutet - sie hat klar erkannt, dass es in diesem Kampfe um die künftige Existenz von Volk und Reich geht, und damit auch um die Gestaltung des künftigen Lebens unserer jetzigen Jugend.
Und so sehen wir auch unsere niederbergische Jugend im Kriegseinsatz. So vielfältig sind die Gebiete, auf denen sie tätig ist, dass sie hier nur andeutungsweise gestreift werden können. Kräutersammlung, Sammlung von Altmaterial, Verwundetenbetreuung, Hilfsdienste der Jugend in Katastrophenfällen - das sind nur einige Arbeitsgebiete, die unserer Jugend obliegen. Und wenn wir dann noch daran erinnern, wie gewaltig groß die Zahl der Frontkämpfer ist, die aus den Reihen der Jugend hervorgegangen sind, an die Jungen, die von der Schule weg in die Wehrmacht eintraten - durchweg freiwillig -‚ dann ermessen wir den gewaltigen Anteil, den unsere Jugend an dem Freiheitskampf des deutschen Volkes hat.
Und unsere Mädel stellen die große Zahl der Schwestern, der Nachrichten-, Luftwaffen- und sonstigen Helferinnen, und sie tragen somit auch zu ihrem Teile sehr wesentlich dazu bei, dass die gewaltige Kriegsmaschinerie reibungslos und ohne Störung läuft.
So erfüllt die Jugend eines Volkes einsatzfreudig und mit Begeisterung die Aufgaben, die die große kampfdurchtobte Gegenwart an sie stellt. Es gab einmal eine Zeit, da war man nur zu gern geneigt, ‚von oben herab‘ auf die Jugend zu blicken. Wir Nationalsozialisten haben uns grundsätzlich anders zur Jugend eingestellt. Wir wissen, dass aus den Reihen derer, die heute noch jung sind, die Führer von morgen hervorgehen werden. Die Jugend ist wertvollstes Volksgut, denn die Jugend ist die Zukunft, und die Zukunft wird so sein, wie die Jugend ist. Es war daher das Streben nationalsozialistischer Jugenderziehung, ein junges Geschlecht zu formen, das bei jugendlichem Herzen und jugendlicher Lebensfreude doch innerlich hart und kampfentschlossen ist, eine Jugend heranzuziehen, die das Leben auf der ganzen Linie bejaht, es aber auch in jeder Lage anzupacken und zu meistern weiß.
Der Nationalsozialismus räumte daher auf mit der Jungmädchensentimentalität; an die Stelle des ‚wohlbehüteten Mädchens‘ mit dem Poesiealbum und der Notenmappe unter dem Arm trat das BdM-Mädel, jenes Mädchen also, das nicht nur Mädel schlechthin ist, sondern das da weiß, welche Pflichten der Volksgemeinschaft gegenüber schon jetzt auf ihm ruhen: die Pflichten nämlich, Körper und Geist zu stählen und zu schulen, sich vorzubereiten auf die Aufgaben, die seiner künftig harren - als deutsche Mutter oder als Werktätige.
Und nicht anders ist es bei unseren Jungen. Mag dieser oder jener im stillen bedauern, dass die Zeit der ‚Räuberromantik‘, in der wir alle einmal gelebt haben, vorbei ist, so darf er doch nicht übersehen, dass unsere heutige Jugend in einer anderen Art jung ist, dass sie sich in vielleicht anderer Art, als wir es getan haben, freut und lebt. Der wirkliche Pimpf geht auf in seinem Pimpfentum, er freut sich auf jede Stunde, die ihn mit seinen jungen Kameraden zusammenbringt, und er ist stolz darauf, das ‚Fahrtenmesser‘ als das äußere Zeichen des kämpferischen Geistes der Jugendformation tragen zu dürfen.
So wachsen Jungmädel und Pimpf hinein in die ‚älteren‘ Formationen: in BdM oder Hitler-Jugend, so erfassen sie mehr und mehr das, um was es bei aller Jugendarbeit, sei es Formaldienst oder Schulung, geht: ‚Dem Vaterlande gilt‘s, wenn wir zu spielen scheinen.‘ Und die so geschulte Jugend bietet uns die Gewähr dafür, dass das Ideengut des Nationalsozialismus von der ersten Generation auf die zweite übergeht und sofort in ferne Geschlechterfolgen. Auf eines allein kommt es an: auf das Ziel.
Und dieses Ziel, die Formung einer kampfesfreudigen, volksverbundenen, erbgesunden und lebensbejahenden Jugend, steht uns unverrückbar vor Augen, denn wir wissen, dass mit der Erreichung dieses Zieles auch die Zukunft unseres Volkes verbunden ist. Wenn wir so die hohe volks- und staatspolitische Bedeutung aller Jugendarbeit erkennen, wenn wir einsehen, dass Arbeit an der Jugend Dienst an unserer völkischen Zukunft ist, dann müssen wir auch zu der Überzeugung kommen, dass diese Arbeit nicht ernst genug genommen werden kann und dass nichts zu schade ist, um in den Dienst dieser Jugendformungsarbeit gestellt zu werden. Es genügt bei weitem nicht, dass die Jungen und Mädel ‚irgendwo‘ unterrichtet werden, dass sie eine ‚Unterkunft‘ haben, also ein Dach über dem Kopf - o nein: die richtig betriebene Jugendarbeit kann und muss sich nur in einer Umgebung vollziehen, die auf das empfängliche Jugendgemüt beeinflussend einwirkt. Wenn schon wir Erwachsenen durch die Umgebung beeindruckt und beeinflusst werden, dann erst recht die Jugend. Aus dieser Erkenntnis heraus entstanden die ersten HJ-Heime schon bald nach der Machtübernahme, Gebäude, die nicht nur Häuser der Jugend, sondern Heime der Jugend sind, Heime, in denen sie sich wohl fühlt, die ihren Geist atmen.
Blicken wir ringsum in die Städte und Gemeinden des Kreises Niederberg, so finden wir solche Heime. Heiligenhaus gehörte wohl zu den ersten Gemeinden, die ihrer Jugend ein prächtiges, zweckmäßiges Heim schenkte; Hilden kann ebenfalls mit einem Heim aufwarten, das man zu den schönsten der näheren und weiteren Umgebung zählen darf. Das sind Erziehungsstätten, in denen die Jungen und Mädel sich wohlfühlen, in denen Herz und Gemüt aufnahmefähig werden für das, was ihnen mitgegeben werden soll. Jugend von heute - Führer von morgen. Unsere jetzige Generation muss dafür sorgen, dass diese künftigen Führer ‚in Ordnung‘ sein werden. Ist das der Fall, dann braucht uns um die Zukunft unseres Volkes nicht bange zu sein. Hermann Giersiepen.“